Ebola – wer stoppt die Seuche?

  • Dienstag, 12. August 2014, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 12. August 2014, 22:20 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 13. August 2014, 2:25 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 13. August 2014, 8:35 Uhr, SRF info
    • Mittwoch, 13. August 2014, 11:00 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 14. August 2014, 3:50 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 14. August 2014, 12:45 Uhr, SRF info
    • Samstag, 16. August 2014, 15:25 Uhr, SRF info

Ebola hat schon beinahe tausend Todesopfer gefordert. Sie sterben qualvoll an inneren und äusseren Blutungen. An der Front kämpfen mutige Ärzte inmitten von Leid und Chaos. Armut und Aberglaube verhindern eine effiziente Aufklärung. Die Epidemie ist ausser Kontzrolle. Die WHO erklärt den Notstand.

Die Ebola-Epidemie hat Sierra Leone, Guinea und Liberia befallen – drei der ärmsten Länder Afrikas. «Die Lage ist ausser Kontrolle. Die Todesraten sind hoch, die Epidemie wird sich weiter ausbreiten», warnt Thomas Nierle, Präsident der Ärzte ohne Grenzen Schweiz. In Schutzanzügen versorgt sein medizinisches Personal die Kranken und Sterbenden. Doch ihr Einsatz kann die Seuche nicht stoppen. Es fehlt an Geld, Katastrophenexperten und Krisenmanagern, um den Kampf über drei Länder verteilt effizient zu führen. Die Helfer vor Ort fühlen sich von der Welt im Stich gelassen. Die Weltgesundheitsorganisation hat die Epidemie zum «internationalen Gesundheitsnotfall» erklärt.

Woher das Virus stammt ist unbekannt. Die Ansteckung erfolgt über Körperflüssigkeiten, in 60 von 100 Fällen ist sie tödlich. Mangelnde Hygiene, ein miserables Gesundheitssystem, Unwissen, Aberglaube und Traditionen gelten als die Ursachen für die Ausbreitung. Sterbende werden in die Arme genommen. Tote nicht zu waschen, gilt als Verrat. Beides ist ansteckend. Aber auch Misstrauen gegenüber der westlichen Medizin behindert den Kampf der Helfer. Einzelne von ihnen wurden auch schon angesteckt und sind nach Europa oder in die USA zurückgekehrt. Die Fälle lösen latente Ängste aus.

Im «Club» diskutieren Afrika-Kenner, Epidemiologen und Ärzte, die aus der Seuchenregion zurückgekehrt sind. Sie erzählen vom menschlichen Leid und ihrem uneigennützigen Einsatz. Im Fokus steht die Frage, wie die Epidemie eingedämmt werden kann und was die internationale Gemeinschaft leisten muss, um die totale Katastrophe abzuwenden, vor der die WHO eindringlich warnt.

Unter der Leitung von Mona Vetsch diskutieren:

Thomas Kratz, aus Sierra Leone zurückgekehrter Arzt
Daniel Koch, Leiter Übertragbare Krankheiten Bundesamt für Gesundheit
Thomas Nierle, Präsident Ärzte ohne Grenzen Schweiz, Chefarzt Hôpital du Jura Bernois in Moutier
David Signer, NZZ-Redaktor und Ethnologe
Christoph Hatz, Chefarzt Schweizerisches Tropen- und Public Health-Institut Basel
Debora Kern, Gesundheitsspezialistin DEZA

Beiträge

  • Mona Vetsch

    Über die grassierende Ebola-Epidemie diskutiert Mona Vetsch mit Experten, Ärzten, Afrika-Kennern:

  • Thomas Kratz, live aus Berlin zugeschaltet

    Das Leid der Menschen ist gross, die Epidemie hat Westafrika völlig unvorbereitet getroffen:

  • Debora Kern

    Es fehlt am Nötigsten, die Leute lassen sich zu spät behandeln und viele Ärzte wandern aus:

  • David Signer

    Ebola wird teils als Feldzug der Regierung gegen die Opposition dargestellt oder mit promiskem Sexualverhalten erklärt:

  • Daniel Koch

    Es entstehen keine Gefahren für die Bevölkerung, wenn wir angesteckte Helfer in die Schweiz zurückholen:

  • Christoph Hatz

    Ebola kann nicht ausgerottet werden, das Virus können wir jedoch unter Kontrolle bringen, wenn wir richtig handeln:

  • Thomas Nierle

    Die Behörden sind überfordert, auch die internationale Gemeinschaft hat schwach reagiert - es fehlt an Kompetenz und Führung, um die Epidemie in den Griff zu bekommen:

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