Ein Baby um jeden Preis

  • Dienstag, 25. Februar 2014, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 25. Februar 2014, 22:20 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 26. Februar 2014, 1:35 Uhr, SRF 1
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    • Donnerstag, 27. Februar 2014, 3:55 Uhr, SRF 1
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    • Samstag, 1. März 2014, 14:05 Uhr, SRF 1

Die Machbarkeitsphantasien beflügeln auch den Babywunsch. Ethische Schranken wanken. Leihmutterschaft und Eizellenspende könnten bald auch in der Schweiz zulässig sein. Die Empfehlung der Nationalen Ethikkommission stösst jedoch auf Kritik. Die Gesellschaftsdebatte ist entfacht - auch im «Club».

Jedes sechste Paar ist ungewollt kinderlos. In der Schweiz stehen ihnen aber hohe Hürden im Weg, wenn sie mit medizinischer Spitzentechnik ihrem Wunsch nachhelfen wollen. Die künstliche Befruchtung ist erlaubt. Im Falle von Unfruchtbarkeit des Mannes darf gespendeter Samen verwendet werden. Nicht jedoch umgekehrt, wenn bei einer Frau medizinische Probleme vorliegen. Eizellen dürfen nicht gespendet werden. Aus diesem Grund reisen jedes Jahr Hunderte von Paaren ins Ausland.

Die Nationale Ethikkommission im Bereich der Humanmedizin empfiehlt, künftig die Eizellenspende zuzulassen, männliche und weibliche Keimzellen gleichzustellen. Sie will aber auch zulassen, dass Embryonen gespendet werden dürfen, die bei der künstlichen Befruchtung im Reagenzglas überzählig werden. Und zu guter Letzt soll künftig auch unter bestimmten Voraussetzungen eine Leihmutterschaft möglich sein.

Kritiker sprechen von einem Dammbruch in der Fortpflanzungsmedizin. Die Vorschläge der Nationalen Ethikkommission seien ethisch und moralisch verwerflich. Die Eizellenspende sei mit zu hohen gesundheitlichen Risiken für die Spenderinnen verbunden, berge die Gefahr von Missbrauch und werde zu einem grossen Geschäft. Die Zulassung der Leihmutterschaft sei zudem ein Angriff auf die natürliche Vater- und Mutterschaft.

Der Konflikt zwischen medizinisch-technischer Machbarkeit und ethisch-moralischen Bedenken hat eine Gesellschaftsdebatte ausgelöst:

Wie weit darf der Mensch eingreifen bei der Entstehung neuen Lebens? Wer soll Eizellen spenden oder als Leihmutter zur Verfügung stehen? Bis in welches Alter darf eine Frau ein Kind durch eine Eizellenspende bekommen? Hat das gezeugte Kind ein Recht darauf, zu wissen, wer die Eizellenspenderin oder die Leihmutter ist? Und kommt danach schon bald der Handel mit Embryonen und mit Müttern, die für andere Kinder austragen?

Unter der Leitung von Karin Frei diskutieren im «Club»:

Ruth Baumann-Hölzle, Ethikerin und Theologin
Michael Hohl, Fortpflanzungsmediziner, Gynäkologe
Misa Yamanaka, Psychologin für Paare mit unerfülltem Kinderwunsch
Janine und Ataman Tasburun-Lässer, Eltern von zwei im Labor gezeugten Kindern

Beiträge

  • Karin Frei

    Moderatorin Karin Frei präsentiert ihre Gesprächgäste:

  • Filminterview mit Frau P.

    Eizellenempfängerin Frau P. erzählt anonym, wie weit sie geht, um dem Kinderwunsch medizinisch nachzuhelfen:

  • Ataman Tasburun-Lässer

    Der unerfüllte Kinderwunsch kann zur grossen Belasrtungsrobe für eine Beziehung bis hin zur Trennung werden:

  • Janine Tasburun-Lässer

    Kinderlose Frauen werden oft von Selbstzweifeln geplagt:

  • Ruth Baumann-Hölzle

    Die Ethikerin fordert eine Denkpause, um die Konflikte zwischen Kinderwunsch und medizinischer Machbarkeit zu klären:

  • Michael Hohl

    Der Gynäkologe über seine Erfahrung im Spannungsfeld von Ethik und Medzin beim Kinderwunsch:

  • Misa Yamanaka

    Rechtfertigt der Kinderwunsch als menschliches Urbedürfnis alle Mittel zu dessen Befriedigung?

Komplettes Interview mit Frau P., Eizellenempfängerin

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