Kindswohl gefährdet – was tun?

  • Dienstag, 18. Februar 2014, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 18. Februar 2014, 22:20 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 19. Februar 2014, 1:35 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 19. Februar 2014, 11:00 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 20. Februar 2014, 4:45 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 20. Februar 2014, 12:45 Uhr, SRF info

Der «Club» über die schwere Kindheit von Michelle Halbheer mit ihrer Junkie-Mutter hat weitere Fälle ans Licht gebracht, bei denen fundamentale Kinderrechte mit Elternrechten kollidieren. Wie entscheidet die neue Behörde KESB, wenn das Kindswohl gefährdet ist? Ein Dilemma mit Konfliktpotenzial.

Trotz psychischer Krankheit, Drogen- und Alkoholexzessen darf eine Mutter ihr Kind behalten. Einer anderen hingegen wird es weggenommen, weil ihre Unzuverlässigkeit zu seinem Schaden sei. Zwei dem «Club» zugespielte Fälle, die Kopfschütteln auslösen und Kritik an der neuen Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde KESB laut werden lassen.

Ihr Auftrag ist, das Wohl der Kinder zu garantieren. Sie muss aber auch die Elternrechte respektieren. Das kann sich in der Praxis als Teufelskreis erweisen, weil gleichwertige Rechte aufeinander prallen. Doch die Behörde sorgt auch sonst für Schlagzeilen. Sie hat mit reduziertem Personal 80‘000 pendente Fälle nach neuem Recht zu bewältigen. 1‘400 über die Schweiz verteilte Vormundschaftsbehörden wurden anfangs 2013 mit einem Schlag auf 150 regionale KESB gestutzt. Unter dem Druck und der Aufgabenlast kommt es gehäuft zu Fehlern und Verzögerungen.

Nach dem «Club» des vergangenen Jahres «Meine Mutter – ein Junkie» haben sich Zuschauerinnen mit selbst erlebten Problemfällen gemeldet. Diese nimmt Mona Vetsch zum Anlass, um in einer Folgesendung erneut das Kindswohl im Licht der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde KESB unter die Lupe zu nehmen.

Michelle Halbheer, mit einer drogenabhängigen Mutter aufgewachsen, Autorin «Platzspitzbaby»
Patrick Fassbind, Präs. KESB Stadt Bern, Vorsitzender KESB Kanton Bern
Aleksandra Kocierz, Geschäftsleiterin Kinderkrippe
Christoph Häfeli, Experte Kinder- und Erwachsenenschutzgesetz, Sozialarbeiter, Jurist
Ernst Elsener, Grossvater und Pflegevater seines Enkel
Therese Leutert Hungerbühler, Sozialarbeiterin und Berufsbeiständin

Beiträge

  • Michelle Halbheer bewegt die Zuschauer

    Das erschütternde Bekenntnis Michelle Halbheers, von ihrer Mutter vernachlässigt und von den Behörden im Stich gelassen worden zu sein, hat Entrüstung bei den Zuschauern und eine Folgesendung ausgelöst:

  • Mona Vetsch mit Gesprächsrunde

    Moderatorin Mona Vetsch stellt ihre Gäste vor:

  • Aleksandra Kocierz

    Aus einer ihrer Krippen wurde von der KESB ein Kind der Obhut der Mutter ohne deren Wissen, aber zum Entsetzen der Erzieherinnen entzogen:

  • Therese Leutert Hungerbühler

    Wie die Sozialarbeiterin an der Front den manchmal unumgänglichen Obhutsentzugs erlebt und begründet:

  • Ernst Elsener

    Auch in seinem Fall ist die Entrüstung gross und wiegen die Vorwürfe an die Behörde schwer:

  • Christoph Häfeli

    Viele Betroffene fühlen sich wie Aktenfälle abgehandelt, weil ihre Ansprechpartner dauernd wechseln. Der Experte selbstkritisch zu den Gründen:

  • Michelle Halbheer

    In ihrem Fall sei das Wohl der Mutter von den Behörden immer über das Wohl des Kindes gestellt worden:

  • Patrick Fassbind

    Das Dilemma zwischen Kinds- und Elternwohl aus der Sicht des KESB-Vertreters:

Mehr zum Thema