Nichts als Angst im Kopf

  • Dienstag, 26. August 2014, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 26. August 2014, 22:20 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 27. August 2014, 2:30 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 27. August 2014, 11:00 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 28. August 2014, 3:50 Uhr, SRF 1
    • Samstag, 30. August 2014, 15:25 Uhr, SRF info

Nie Angst zu haben, ist nicht normal. Zu viel kann das Leben zur Hölle machen. Jeder fünfte Mensch kennt Angststörungen - als Panikattacke oder als Dauerzustand. Dann rast das Herz, stockt der Atem oder quält der Alltag. Viele schämen sich, darüber zu reden. Im «Club» wagen es einige dennoch.

Der Kriegsberichterstatter Carl Just führt seine Panikattacken auf traumatische Kriegserlebnisse zurück. Mit Alkohol konnte er sein Leid kurzzeitig lindern, handelte sich jedoch ein neues Problem ein. Die ehemalige Fernsehmoderatorin Silvia Aeschbach ortet ihre Angststörung in einer Kombination aus Veranlagung und Kindheitstrauma, sie hat gelernt, mit den Attacken zu leben. Auch Orest Wernli sagt, dass seine Angstzustände auf eine schwierige und von Gewalt geprägte Kindheit zurückgehen und ihn ein Leben lang bedrängen. Sie alle wollen, dass der Umgang mit Angst öffentlich diskutiert wird, weil davon nicht nur die Betroffenen profitieren.

Angst ist (über)lebensnotwenig, sagen die Experten. Sie schützt Menschen vor Gefahren. Angst kann jedoch auch krankhafte Züge annehmen, wenn sie ohne wirkliche Bedrohung auftritt und schwere körperliche Symptome auslöst, wie bei Panikattacken: Schweiss, Zittern, Herzrasen. Manche Angststörungen können lange andauern und die Betroffenen im alltäglichen Leben massiv einschränken: Angst unter Menschen zu gehen, die Wohnung zu verlassen, ein Flugzeug zu besteigen. Angststörungen haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Jeder fünfte soll mindestens ein Mal im Leben davon betroffen sein, so der Expertenbefund. Scham steht den Betroffenen im Weg, über ihre Nöte zu reden. Das steigert den Leidensdruck.

Im «Club» mit Mona Vetsch erzählen Betroffene von ihren einschlägigen Erlebnissen und leuchten Fachärzte Hintergründe und Therapiemöglichkeiten aus:

Silvia Aeschbach, ehem. Fernsehmoderatorin, Journalistin, Buchautorin
Daniel Hell, Leiter Kompetenzzentrum «Depression und Angst» Klinik Hohenegg
Carl Just, ehem. Kriegsberichterstatter
Steffi Weidt, Leiterin Sprechstunde für Angst- und Zwangsstörungen Universitätsspital Zürich
Oreste Wernli, Moderator Selbsthilfegruppe Angst und Panik, Erwachsenenbildner

Beiträge

  • Mona Vetsch

    Die Moderatorin begrüsst ihre Diskussionsgäste:

  • Carl Just

    Die Ärzte sahen am Anfang nur meinen Alkoholismus und nicht die Traumastörung dahinter:

  • Daniel Hell

    Die technischen Möglichkeiten zur Visualisierung der Angsterkrankungen tragen zu deren Verbreitung bei:

  • Oreste Wernli

    Malen und Perfomance auf der Bühne waren meine Mittel zur Bewältigung:

  • Silvia Aeschbach

    Ich habe mich geschickt durchs Leben manöveriert, ohne dass jemand etwas von meinen Panikattacken geahnt hätte:

  • Steffi Weidt

    Medikamente gegen Angsterkrankungen sind problematisch. Patienten brauchen andere Erfolgserlebnisse:

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