Project R - David gegen Goliath

Innerhalb weniger Tage haben die Macher des geplanten Onlinemagazins «Republik» gegen 3 Millionen Franken gesammelt. Über 11'000 Menschen unterstützen das Projekt, das eine journalistische Revolution verspricht - und den Grossverlagen den Kampf ansagt.

Was ist davon zu halten? Wie zukunftsträchtig sind solche neuen Modelle? Haben sich, wie die «R»-Initianten behaupten, die etablierten Verlage aus dem Journalismus verabschiedet? Und was heisst das eigentlich: Qualitätsjournalismus in Zeiten von Fake-News, Informationsflut und des Kampfes um Aufmerksamkeit.

Unter der Leitung von Franz Fischlin diskutieren im «Medienclub»:

Christof Moser, Co-Gründer Republik
Markus Somm, Verleger und Chefredaktor Basler Zeitung
Christian Dorer, Chefredaktor Blick-Gruppe
Viktor Giacobbo, Satiremacher und Medienkonsument

Positionen

Christof Moser: «Der Job des Journalismus wäre, für freiere Köpfe und bessere Lösungen für Probleme zu sorgen. Die Kommerzialisierung und Parteipolitisierung des Mediensystems bewirken das exakte Gegenteil: Sie führen zu mehr Angst. Und mehr Bürokratie. Das wollen wir mit der Republik ändern.»

Markus Somm: «Republik hat den Beweis erbracht, dass es nach wie vor Leser gibt, die für ein Medium zahlen wollen. Das ist schön und gut. Doch das beweisen die privaten Medien seit Jahren jeden Tag - mit Hunderttausenden von Abonnenten.»

Christian Dorer: «Die Repulik ist ein tolles Projekt. Doch die Kollegen sollen doch bitte aufhören, alle anderen schlecht zu machen. Auch die etablierten Medien machen guten Journalismus.»

Victor Giacobbo: «Ich bin ein neugieriger Mensch, vor allem auch als Medienkonsument. Wenn nun die Medien ihre Neugier verlieren und zunehmend auf Recherchen verzichten, wird es mir sehr langweilig.»

Beiträge

  • Franz Fischlin stellt die Gäste vor

    Die Runde diskutiert Notwendigkeit und Erfolgschancen alternativer Medienmodelle

  • «Unser Projekt scheint ein Hoffnungsträger zu sein.»

    Der Co-Gründer des Projekts «Republik», Christof Moser, betont die Rolle von Journalistinnen und Journalisten als Mitverantwortliche für den öffentlichen Diskurs. Der Anfangserfolg der «Republik» scheine Hoffnung zu machen.

  • «Eine Zeitung braucht die besten Journalisten.»

    Verleger und Journalist Markus Somm zur Tatsache, dass die Medienhäuser mit immer weniger Werbeeinnahmen auskommen müssen.

  • «Bei uns ist unabhängiger Journalismus möglich.»

    Christian Dorer, Chefredaktor der Blick-Gruppe, ist überzeugt, dass man guten Journalismus auch mit weniger finanziellen Mitteln machen kann.

  • «Die Leser wollen nicht den Abbau von Redaktionen.»

    Victor Giacobbo glaubt als interessierter Medienkonsument, dass die Leserinnen und Leser gegen einen Abbau in Redaktionen sind.

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