«Medienclub» vom 10.1.2017

  • Dienstag, 10. Januar 2017, 22:25 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 10. Januar 2017, 22:25 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 11. Januar 2017, 2:35 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 11. Januar 2017, 11:00 Uhr, SRF info
    • Mittwoch, 11. Januar 2017, 16:40 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 12. Januar 2017, 3:55 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 12. Januar 2017, 12:45 Uhr, SRF info
    • Freitag, 13. Januar 2017, 10:05 Uhr, SRF info
    • Samstag, 14. Januar 2017, 14:05 Uhr, SRF info

Das Flaggschiff SRG ist unter Druck - von Seiten der privaten Medien, der Politik, aber auch vom Publikum. Was sind in Zeiten eines riesigen (Gratis-)Medienangebots denn die Leistungen der SRG ?

Was erhält das Publikum für die Gebühren und was beinhaltet das vielzitierte Service public-Angebot konkret? Gehören Sport, Shows, Quiz, Filme und Serien dazu? Darf die gebührenfinanzierte SRG die anderen Medien im Internet konkurrenzieren?

Die Privaten verlangen, dass die SRG abspeckt. Damit erhoffen sie sich mehr Spielraum. In Kürze definiert die Politik den neuen Leistungsauftrag der SRG. Und am Horizont ist die «No Billag-Abstimmung» in Sicht. Welchen Kurs schlägt die SRG nun ein? Was könnte eine geschwächte oder gar versenkte SRG für die Schweiz bedeuten ?

Unter der Leitung von Franz Fischlin diskutieren:

Natalie Rickli, Präsidentin Kommission Verkehr und Fernmeldewesen, NR SVP/ZH
Mark Eisenegger, Professor für Kommunikationswissenschaften
Peter Wanner, Verleger AZ-Medien
Roger de Weck, Generaldirektor SRG

Positionen der Gäste

Natalie Rickli: «Die Medienpolitik gilt es endlich auf das 21. Jahrhundert auszurichten: Neue Technologien haben den Bürgern mehr Medienvielfalt und Möglichkeiten gebracht. Dies stärkt auch die Meinungsvielfalt als Basis der Demokratie. Nun könnten bzw. müssten staatliche Leistungen abgebaut und die Gebühren gesenkt werden. Es ist Deregulierung angezeigt - und nicht ein weiterer Ausbau der SRG.»

Peter Wanner: «Dieser Begriff, auf die Medien bezogen, ist ein fragwürdiger Begriff, weil alle etwas Anderes darunter verstehen. Ich ziehe den Begriff öffentlicher Rundfunk vor. Es gibt öffentlich finanzierte Medien und private marktfinanzierte Medien. Beide Mediengattungen erbringen für den politischen Meinungs- und Willensbildungsprozess demokratierelevante Informationen, Sendungen und Analysen. Insofern leisten beide Mediengattungen einen Beitrag zum sogenannten Service Public.»

Mark Eisenegger: «Der Service public umfasst jene Grundleistungen, die für die Gesellschaft unverzichtbar sind, sich jedoch nicht oder nur unzureichend über den Markt finanzieren lassen. Den Informationsmedien kommt eine unverzichtbare Bedeutung für die Gesellschaft zu. Sie sind systemrelevant. Ohne Informationsmedien kann das demokratische Gemeinwesen nicht funktionieren. In jüngster Zeit verschärft sich die Finanzierungskrise der Informationsmedien. Deshalb müssen sie durch die öffentliche Hand gestützt bzw. mitfinanziert werden.»

Roger de Weck: «94 % der Haushalte nutzen das Radio und TV der SRG. Für gut 1 Fr. pro Tag bietet sie in den vier Landessprachen: fundierte Information und Kultur, Schweizer Serien und Filme, Schweizer Unterhaltung und das weltbeste Sport-Programm. Ohne SRG müsste das Publikum für ein vergleichbares Angebot mehr zahlen.»

Beiträge

  • «...aber ich schau`s trotzdem.»

    Strassenumfrage zum Service public: Passanten in Bern und Basel werden gefragt, welche Sendungen sie oft schauen und welche TV-Format bei SRF sie überflüssig finden.

  • Natalie Rickli: Endlich über Grundsätzliches sprechen.

    Medienpolitikerin Natalie Rickli ist sich sicher, dass der Medien-Markt es richten würde, wenn dieser nur endlich frei wäre. Private Anbieter hätten heute meist das Nachsehen.

  • Peter Wanner: SRG soll vor allem Informationen liefern.

    Unterhaltung und Sport soll SRG den Privaten überlassen. Mehr Zuschauer bedeuten immer auch mehr Werbung und dies führe dann zur «Quotenbolzerei», meint Verleger Peter Wanner.

  • Roger de Weck: Viersprachigkeit ist die Herausforderung.

    SRG-Direktor Roger de Weck betont, wie schwierig es ist, allen Sprachregionen im Land Rechnung zu tragen. Dies dürfe als Haupt-Kostenfaktor für die SRG bei Radio und Fernsehen nicht ausser Acht gelassen werden.»

  • Mark Eisenegger: Werbegelder fliessen immer mehr ins Ausland ab.

    Man mache die SRG zum Hauptproblem der Privaten Medien - dies sei schlicht falsch. Vor allem die Verleger müssten endlich ausserhalb des Nationalen Rahmens denken, ist sich Medienwissenschaftler Mark Eisenegger sicher.

  • Christoph Gebel: Talentshows gehören absolut dazu.

    Die Unterhaltungs-Formate von SRF machen 2016 die beste Quote seit 10 Jahren, berichtet Unterhaltungschef Christoph Gebel. Dies zeige doch, wie gross das Interesse an Unterhaltung ist - gerade bei jüngeren Zuschauern.

  • Olivier Kessler: No-Billag bedeutet Freiheit für den Zuschauer.

    Olivier Kessler, Initiant der No-Billag Initiative erläutert, weshalb obligatorische SRG-Gebühren für alle abgeschafft gehören.

  • Markus Gilli: Wir bieten hochstehenden Service public.

    Markus Gilli, Chefredaktor der AZ-Mediengruppe und Moderator von TeleZüri, umreisst das tägliche TV-Angebot der Privaten.

  • Axel Wüstmann: Private und Staatliche werden gleich kontrolliert.

    Axel Wüstmann, CEO AZ-Mediengruppe über Kontrollen und Reichweite von TV-Stationen in der Schweiz.

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