Sozialhilfe - Schlaraffenland?

  • Dienstag, 16. April 2013, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 16. April 2013, 22:20 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 17. April 2013, 11:00 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 18. April 2013, 3:55 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 18. April 2013, 12:45 Uhr, SRF info
    • Samstag, 20. April 2013, 14:05 Uhr, SRF 1

Für mehr als 240‘000 Menschen in der Schweiz ist die Sozialhilfe das letzte Auffangnetz. Doch Systemfehler und Imageprobleme machen ihr immer wieder zu schaffen. So wie in der vergangenen Woche, als «Beat aus Berikon» als frechster Sozialhilfe-Bezüger der Schweiz durch den Boulevard geisterte.

Beim Thema Fürsorgegelder sind die Gemüter schnell erhitzt und besonders der Beriker Fall lancierte die Diskussion um den Umgang mit renitenten Empfängern neu. Dies nicht zuletzt, weil der Präsident der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe SKOS darauf hingewiesen hatte, dass ein korrektes Verfahren auch für schwierige Sozialhilfeempfänger essentiell sei. «Beat aus Berikon» hatte sich seine Unterstützungsbeiträge bis vor Bundesgericht erstritten und wegen eines Verfahrensfehlers Recht erhalten. Dies, obwohl er sich laut Gemeinde gegen eine Wiederintegration in den Arbeitsmarkt geweigert hatte. Die Haltung Schmids und der SKOS als Ganzes sei zu grosszügig lautete daraufhin der Vorwurf. Aus Protest kündigte die Stadt Rorschach ihre Mitgliedschaft bei der Skos. Im «Club» unter der Leitung von Karin Frei treffen sich die Kontrahenten. SKOS-Präsident Walter Schmid nimmt Stellung zu den Vorwürfen  und diskutiert unter anderem mit der Beriker Sozialvorsteherin Rosmarie Groux und dem Rorschacher SVP-Nationalrat und Stadtpräsident Thomas Müller die Fragen:

Erhalten Sozialhilfebezüger zu viel Geld? Wie soll man künftig mit renitenten Empfängern umgehen und würde ein Bundesrahmengesetz für Sozialhilfe die Situation entschärfen?

Beiträge

  • Rosemarie Groux, SP-Sozialvorsteherin Berikon

    Der «frechste Sozialhilfe-Bezüger der Schweiz» beschäftigt die Gemeinde Berikon seit vielen Jahren. Die Sozialvorsteherin Rosemarie Groux schilderte im «Club», wie sich der Fall ihrer Ansicht nach zugetragen hat und weshalb sie den unkonventionellen Weg wählte, sich an die Presse zu wenden:

  • Walter Schmid, Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe SKOS

    SKOS-Präsident Walter Schmid begrüsste den Bundesgerichtsentscheid im Fall «Beat aus Berikon». Seine Aussage, dass auch jene ein Recht auf Sozialhilfe haben, die nicht brav sind, löste im ganzen Land emotionale Diskussionen aus. Im «Club» nahm er Stellung zur Frage, wie geschickt sein Kommentar zum Fall gewesen sei und ob dieser die Renitenz nicht geradezu fördere:

  • Thomas Müller, SVP-Nationalrat SG

    SVP-Nationalrat und Stadtpräsident von Rorschach, Thomas Müller, wirft der SKOS vor, sie unterstütze primär die Sozialhilfe-Empfänger und nicht die Sozialämter. Dies führe unter anderem zu einer allzu grosszügigen Haltung gegenüber den Bezügern. Im «Club» erklärte er, wo Rorschach den Sozialhilfe-Empfängern Grenzen setzt:

  • Jacqueline Bäumler, ehem. Sozialhilfe-Bezügerin

    Jacqueline Bäumler, die zusammen mit einem Schweizer zwei Kinder hat, war nach einem Zusammenbruch, Jobverlust und Trennung während 14 Monaten auf Sozialhilfe angewiesen. Das sei nicht etwa «leicht verdientes Geld» gewesen, im Gegenteil, für sie war es die schwerste Zeit in ihrem Leben:

  • Franz Keiser, Sozialvorsteher Neuheim ZG

    Der ehemalige SVP-Politiker Franz Keiser sagt, in der Sozialhilfe müsse der Mensch im Zentrum stehen. Gerade bei jungen Menschen, deren Eltern bereits auf Sozialhilfe angewesen waren, sei es wichtig, dass man sich frühzeitig um sie kümmert:

  • Raymond Caduff, Leiter der Sozialen Dienste der Stadt Luzern

    Der Vorwurf, man sei den Bezügern gegenüber zu lasch, sei nicht gerechtfertigt, sagt der Leiter der Sozialen Dienste Luzern, Raymond Caduff. Im «Club» erklärte er, wie seine Mitarbeiter mit unkooperativen Sozialhilfe-Empfängern umgehen:

Mehr zum Thema