Ueli Maurers Medienschelte

  • Dienstag, 24. September 2013, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 24. September 2013, 22:20 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 25. September 2013, 1:40 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 25. September 2013, 11:00 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 26. September 2013, 3:55 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 26. September 2013, 12:45 Uhr, SRF info
    • Samstag, 28. September 2013, 14:10 Uhr, SRF 1

Einheitsbrei, Rudeljournalismus, mangelnde Tiefe. Die Qualität der Medien hat abgenommen. Das behauptet nicht nur Bundespräsident Ueli Maurer. Auch das Jahrbuch 2013 über die Qualität der Medien zielt in diese Richtung. Im Medienclub mit Karin Frei kreuzen die Meinungsmacher der Branche die Klingen.

„Die Medien leisten heute nicht mehr, was für einen funktionierenden, freiheitlichen und demokratischen Staat nötig wäre.“ So massregelte Ueli Maurer die versammelten Schweizer Presseverleger vor kurzem. Es fehle die Vielfalt und es herrsche ein mediales Meinungskartell: „Sie haben ihre Thesen, nach denen sie die Welt beurteilen.“ Es bestünden Glaubenssätze, wie etwa jener, dass der Klimawandel dem Menschen anzulasten oder, dass Atomenergie böse sei. Hat der Bundespräsident Recht?

Tatsache ist: Die Umwälzungen in der gesamten Medienlandschaft waren noch nie so gross - weg von den klassischen Medien, hin zu Gratisblättern und Internet. Auch Radio und TV verlieren. Gerade für kleine Anbieter wird es immer schwieriger, Geld zu verdienen. Die Gunst des Publikums bei sich zu wissen, zählt. Themen müssen sexy sein oder skandalträchtig. Gerade im Internet, wo mit jedem Klick die Kasse klingelt.

Die «Kleinen» werden gefressen

Mithalten können vor allem die Grossverlage. In der deutschen Schweiz sind Ringier, Tamedia und der NZZ Verlag die grossen Player. Sie alle legen zu. Auf der Gegenseite verlieren kleine Blätter ihre Unabhängigkeit, werden von grossen Medienhäusern aufgekauft. Dass in der Folge die Vielfalt schrumpft, sagt auch der Zürcher Medienprofessor Kurt Imhof, dessen Jahrbuch zur Qualität der Medien am kommenden Mittwoch erscheint. Denn es wird zusammengelegt und gespart – auch an Personal. Sinkt damit die Qualität der Schweizer Medien?

Unter der Leitung von Karin Frei diskutieren im «Medienclub»:
Roger de Weck, Generaldirektor SRG
Norbert Neininger, Verleger «Schaffhauser Nachrichten», Verleger des Jahres
Kurt Imhof, Professor für Publizistikwissenschaft und Soziologie Universität Zürich
Patrik Müller, Chefredaktor «Schweiz am Sonntag»
Iwan Rickenbacher, Verwaltungsrat Tamedia

Beiträge

  • Moderatorin Karin Frei

    Das sind die Fragen und die Gesprächsgäste im Medienclub über Bundesrat Maurers Schelte:

  • Ueli Maurer, Filmeinspielung

    Bundesrat Maurer tadelt in seiner Rede u.a. die Medien für ihren mangelnden Beitrag zur politischen Kultur in der Schweiz:

  • Ivan Rickenbacher

    Den Vorwurf, die weitgehend gleichgeschalteten Medien würden ihrem Publikum einen Einheitsbrei servieren, kontert der Vertreter der mächtigen Tamedia:

  • Patrik Müller

    Liegt der Bundesrat mit seinem Vorwurf des Einheitsbreis wirklich so falsch?

  • Kurt Imhof

    Wie radikal ist die Angebotspalette an Medientiteln geschrumpft und wie wirkt sich dies auf die politische Kultur aus?

  • Roger de Weck

    Die Redaktionen müssen mit weniger Geld mehr leisten. Leidet darunter die journalistische Qualität?

  • Norbert Neininger

    Dennoch: Die Qualität ist auch eine Frage der Widerborstigkeit der Journalisten und der Haltung ihrer Verlage gegenüber den Mächtigen: