Die Verführer - Wie Finanzschwindler ungestraft Anleger ausnehmen

Hunderte Kleinsparer und Anleger steckten ihr Geld in Schweizer Start-up-Unternehmen. Doch die Firmen waren reine Attrappen. Aktionäre verloren eine Milliarde Franken.

Ein Film von Peter Basler

Hinter dem Betrug stecken immer dieselben Schwindler. Die Behörden hinken den Tätern konsequent hinterher. Die mehrheitlich deutschen Ganoven profitieren von überforderten Schweizer Behörden und einem veralteten Gesetz.

Drei Finanzschwindler haben mit ihren Helfershelfern in den letzten 15 Jahren mit Aktienbetrug einen Schaden von 1 Milliarde Franken angerichtet. Die Ganoven agieren seit Jahren mit demselben Trick: Sie gründen scheinbar innovative Firmen, suchen Aktionäre, kassieren ab und verschwinden mit dem einbezahlten Aktienkapital.

Scheinbar innovative Geschäftsideen verführen die Anleger

Hinter dem Betrug steckt immer eine für Anleger einleuchtende Geschäftsidee. Zum Beispiel die Produktion einer rauchlosen Zigarette, die man im Restaurant konsumieren darf. Eine andere Firma sucht Aktionäre für die Produktion einer überdurchschnittlich wirksamen Solarzelle. Ein Unternehmen will Weltraumtouristen den Flug ins All ermöglichen. 

«DOK» erzählt die Geschichte des Luzerner Sportlers Rafael Perlungher, der in die USA ausgewandert und mit einer erfolgversprechenden Geschäftsidee in die Schweiz zurückgekehrt ist. Perlungher vertraute die Finanzierung seines Projektes einem Finanzspezialisten an. Was Perlungher nicht wusste: Der Mann hat in den vergangen 20 Jahren hunderte Kleinsparer und Anleger über den Tisch gezogen und dabei Millionenschäden verursacht.

Die Behörden hinken Finanzschwindlern hinterher

Während die Finanzmarktaufsicht Finma mit vergangenen Betrügereien beschäftigt ist, starten die smarten Jungs längst neue. Die Gauner profitieren vom Schweizer Recht: Im Gegensatz zu Deutschland, wo eine Täuschung für eine gerichtliche Verurteilung reichen kann, verlangen Schweizer Gerichte den Nachweis von Arglist.

«DOK» macht sich auf die Suche der Finanzschwindler. Das Epizentrum der meist dubiosen Firmen liegt in den Kantonen Zug und Schwyz, der Stadt Zürich und in der Region March am rechten Ufer des Zürichsees.

Anlageschwindel: So können Sie sich schützen.