Spion wider Willen

  • Mittwoch, 1. April 2015, 22:55 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 1. April 2015, 22:55 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 2. April 2015, 5:14 Uhr, SRF 1
    • Dienstag, 7. April 2015, 11:15 Uhr, SRF 1

Besitzt Iran Atomtechnologie? In Genf und Lausanne wird diese Frage derzeit diskutiert. Iran und die USA verhandeln dort, wie und ob Iran die Urananreicherung einschränken muss. Die Technologie dazu hat Iran von Pakistan erhalten. Und hier spielte der Schweizer Urs Tinner eine Schlüsselrolle.

Ein Film von Hansjürg Zumstein

September 2012 am Bundesstrafgericht Bellinzona: Drei Schweizer werden zu harten Strafen verurteilt – wegen «Förderung der Herstellung von Kernwaffen». Laut Anklage haben sie illegal Nukleartechnik verkauft. Tatsächlich hatten die Brüder Tinner sowie ihr Vater jahrelang enge Kontakte zum pakistanischen Atombomben-Bauer A. Q. Khan.

Dieser wiederum verkaufte seine Technologie an andere islamische Länder – ob mit oder ohne Wissen der pakistanischen Regierung wird wohl für immer ein Rätsel bleiben. Sicher ist, dass der damalige libysche Diktator Muammar al-Gaddafi die Urananreicherungs-Technologie kaufte – der erste Schritt zum Bau einer Atombombe. Und sicher ist auch, dass sich im Iran Anlagen ähnlicher Bauart fanden.

Sowohl das libysche als auch das iranische Atombomben-Programm flogen auf. Zu verdanken ist dies unter anderem dem Schweizer Urs Tinner, denn er lieferte dem amerikanischen Geheimdienst substantielle Unterlagen über A. Q. Khan.

Im Film «Spion wider Willen» erzählt Urs Tinner erstmals und exklusiv, wie das Schicksal ihn mitten in die Weltgeschichte katapultierte. Er sass über vier Jahre lang in Schweizer Untersuchungshaft, wurde schliesslich verurteilt – trotz massiver Interventionen aus den USA.

Weshalb es zu dieser Verurteilung kam und was aus Urs Tinner wurde: Der Film gibt einen exklusiven Einblick in eines der umstrittensten Kapitel der jüngsten Schweizer Geschichte.