Wie man Maulbeerbäume rettet

Gelbe Rüebli, violette Kartoffeln, Wollschweine. Alte Sorten und Rassen sind wieder im Aufwind. Oft erst in letzter Sekunde wurden sie vor dem Aussterben bewahrt. Am aktuellen Beispiel des Maulbeerbaums zeigt der «Doppelpunkt», wie ein solches Rettungsprojekt funktioniert.

Seltene Frucht: Die weisse Maulbeere.
Bildlegende: Seltene Frucht: Die weisse Maulbeere. SRF

Im Jahr 1856 ergab eine Zählung einen Bestand von 560‘000 Maulbeerbäumen in der Schweiz. Sie wurden gepflanzt im Rahmen des gross angelegten Versuchs, eine schweizerische Seidenproduktion auf die Beine zu stellen. Die Blätter dienten den Seidenraupen als Futter. Der Versuch scheiterte jedoch und die Bäume verschwanden nach und nach.

Nun erstellt «Pro Specie Rara» ein Inventar der letzten verbliebenen Zeugen dieses Stücks Industriegeschichte. Ziel ist es, die alten Sorten wieder zu vermehren und für gegenwärtig laufende erneute Versuche mit Seidenraupen zur Verfügung zu stellen.

Die Sendung begleitet zwei Mitarbeiterinnen von «Pro Specie Rara» zu historischen Maulbeerbäumen und ihren Besitzern in Sissach und Twann, erforscht die Samenbibliothek in den Tiefen der Klimakammer und wirft einen Seitenblick auch auf die Tierprojekte, wo auch heute zum Erstaunen der Fachleute noch manchmal eine seltene alte Tierrasse auftaucht.

Moderation: Regi Sager, Redaktion: Doris Rothen