Arbeit statt Invalidenrente

Krank am Arbeitsplatz, Burnout oder gar IV-Rente – Hilft mir der Chef, oder stellt mich die Firma auf die Strasse? «ECO» zeigt, wie Arbeitgeber im Krisenfall mit Mitarbeitern umgehen, fragt, weshalb behinderte Menschen nur schwer Zugang zum Arbeitsmarkt finden, und benennt Schwachstellen im System.

Wohl jeder kennt einen Arbeitskollegen, der gesundheitliche Probleme erleidet – seien sie körperlicher oder psychischer Natur. Wie gehen Arbeitgeber mit einer solchen Situation um? Und wer hilft ihnen weiter, wenn sie mit einem schwierigen Krankheitsfall in ihrer Belegschaft konfrontiert sind? Diesen Fragen widmet sich die «ECO Spezial»-Sendung.

Früherfassung auch für KMUs

Statt rasch zu reagieren und Hilfe anzubieten, warten Chefs meist viel zu lange – bis die Situation verfahren ist und der Mitarbeitende das Unternehmen verlassen muss. Ein oftmals kostspieliger Verlust an Wissen und Erfahrung. In der Schweiz haben vor allem grosse Unternehmen damit begonnen, professionell mit Krisen-Situationen umzugehen und ihre Mitarbeitenden entsprechend zu betreuen. Eine Möglichkeit, die vielen kleinen und mittleren Unternehmen fehlt. Jetzt sollen ihnen neue Angebote entsprechende Hilfe leisten.

Arbeit als Ziel

Die kantonalen Stellen der Invalidenversicherung haben seit Anfang Jahr die Aufgabe, aktiv auf Arbeitgeber zuzugehen. Beratung soll präventiv helfen, kranke Mitarbeitende aufzufangen, damit sie möglichst nicht als IV-Rentner enden. Denn Umfragen zeigen: Viele Unternehmen beschäftigen Mitarbeitende nicht weiter, wenn sie nach Krankheit oder Unfall nicht im gleichen Masse weiterarbeiten können, und die wenigsten sind bereit, IV-Rentnern eine Chance zu bieten.

Teure Renten für Junge

Die Rentenzahl bei jungen Erwachsenen mit psychischen Problemen steigt. Fachleute kritisieren, dass IV-Renten bei Unter-Dreissigjährigen zu rasch gesprochen werden. Dabei könne sich die persönliche Situation junger Erwachsener bei richtiger Betreuung nachhaltig verbessern. Die zu frühe Berentung kostet die Gesellschaft Milliarden und entzieht dem Arbeitsmarkt wichtige Arbeitskräfte.

Freiwilligkeit oder Gesetz?

Im Gegensatz zu Deutschland haben Schweizer Unternehmen praktisch keine Auflagen, Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen oder Behinderungen zu beschäftigen. Hierzulande pochen die Arbeitgeber auf Freiwilligkeit und verweisen auf entsprechende Erfolge. In Deutschland schreibt der Gesetzgeber eine Behindertenquote von fünf Prozent vor. «ECO» besucht ein Grossunternehmen und zeigt, wie die Quotenauflage im Alltag funktioniert.

Beiträge

  • Früherfassung: Arbeit als Ziel

  • Teure Renten für Junge

  • Freiwilligkeit oder Gesetz? Die Frage der Behindertenquote

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