Moderation

Reto Lipp gibt der Sendung ein Gesicht. Wer ist der Mensch hinter dem Wirtschaftsjournalisten? Im Interview spricht er von seinen Interessen und Lebenseinstellungen – und dass es nicht immer nur um Wirtschaft gehen muss.

Reto Lipp. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Seit 20. August 2007 hat Reto Lipp jede einzelne «ECO»-Sendung moderiert – bis heute mehr als 300 Folgen. SRF

«ECO»-Moderator Reto Lipp kann auf einen breiten Erfahrungsschatz zurückgreifen, wenn es um Wirtschaft geht:

  • Reto Lipp studierte Ökonomie an der Universität Zürich.
  • Während des Studiums arbeitete er als freier Mitarbeiter beim damaligen Radio Z, wo er 1994 Mitglied der Redaktionsleitung wurde.
  • Nach 14 Jahren Radio wechselte Reto Lipp zu den Printmedien, zunächst als Chef des Finanzbundes der «Handelszeitung».
  • Auf Initiative von Reto Lipp wurde im Jahr 2000 das Schweizer Anlegermagazin «Stocks» gegründet, dessen Chefredaktor er während sechs Jahren war.
  • Vor seinem Wechsel zum Wirtschaftsmagazin «ECO» und zur Sendung «SRF Börse» arbeitete Reto Lipp als Vizedirektor bei der UBS im Bereich Wealth Management.
Reto Lipp und Patrizia Laeri Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Reto Lipp und Patrizia Laeri. SRF

Unterstützung durch Patrizia Laeri

Fast 400 Sendungen hat Reto Lipp moderiert – ohne Unterbrechung. Weil so viel Konstanz nicht selbstverständlich ist und um Reto Lipp hin und wieder zu entlasten, sorgt künftig «SRF Börse»-Moderatorin und Ökonomin Patrizia Laeri für Unterstützung.

Reto Lipp im Interview

Reto Lipp, weshalb «ECO»?
«ECO» ist eine der spannendsten Fernsehsendungen, weil die Spannweite der Themen so unglaublich gross ist. Von Waffenhandel bis Gesundheitskosten, von Unternehmerporträts bis zur Euro-Krise, das Themenspektrum ist gewaltig. Diese Vielfalt zeigt, wie bunt Wirtschaft sein kann. Wenn es uns gelingt, diese Vielfalt differenziert und spannend darzustellen, dann hat «ECO» seine Aufgabe voll erfüllt.
Sie sind der «Kopf der Sendung». Wer gehört noch dazu?
Dahinter steht natürlich eine ganze Redaktion, denn eine Fernsehsendung ist kompliziert und braucht viel unterschiedliches Knowhow. Rund ein Dutzend Personen sorgen dafür, dass «ECO» jede Woche hintergründige und spannende Themen präsentieren kann. Dazu kommen Personen, die sich um Kamera, Videoschnitt und Ton kümmern, unsere Produktionsassistentin und viele mehr. Fernsehen besteht nie aus einer Einzelperson, sondern ist – anders vielleicht als beim Radio – immer eine Team-Arbeit.
Wie oft werden Sie nach Anlagetipps gefragt?
Gerade kürzlich wieder an einer Preisverleihung. Da musste ich den Moderator enttäuschen. Wir bringen – auch bei «SRF Börse» – keine Anlagetipps.
Was machen Sie montags nach der Live-Sendung?
Ich fahre im Bus nach Hause und hoffe, dass sich der Adrenalinspiegel gesenkt hat, bis ich zuhause bin. Meistens schlafe ich nach der Sendung eher schlecht. Während der Sendung bin ich voll präsent und auch etwas aufgedreht. Danach sofort abzuschalten, fällt mir eher schwer.
Was für ein Typ ist der «ECO»-Moderator?
Jemand, der sehr neugierig auf Vieles ist und sich deshalb manchmal auch verzettelt. Ich bin auch jemand, der immer wieder versucht, eine Balance zu finden zwischen meiner extrovertierten Seite und der introvertierten. Diese beiden Pole müssen bei mir einigermassen ausgeglichen sein, sonst fühle ich mich nicht gut. Da mein Job eher aus dem extrovertierten Pol besteht, muss ich im Privatleben und beim Sport den Ausgleich finden.
Wofür interessiert sich Reto Lipp, ausser für Wirtschaft?
Für sehr viele Dinge – das ist eines meiner Grundprobleme, ich habe zu viele Interessen und zu wenig Zeit, sie entsprechend zu pflegen. Ich bin beispielsweise leidenschaftlich an Politik interessiert, da ich früher viele politische Sendungen im Radio moderiert habe. Dann bin ich ein Bücherfreak und könnte auf der Stelle zehn Neuerscheinungen nennen, die ich sofort lesen möchte. Dazu kommt ein ausgeprägtes Musik-Interesse. Sollten Radio SRF 1 oder SRF 3 noch einen Musik-Verantwortlichen suchen, ich könnte problemlos einspringen, da ich die aktuelle Musikszene seit 30 Jahren verfolge.
Bei welcher Freizeit-Beschäftigung trifft man Sie am häufigsten?
Bei mir ist der Übergang zwischen Job und Freizeit sehr fliessend, aber am liebsten lese ich ein gutes Buch, das mit Wirtschaft absolut nichts zu tun hat. Einen ganzen Tag nur mit einem Buch im Garten, ohne Termine – so sieht für mich Luxus aus.
Berge oder Meer?
Eindeutig Meer.
Golf oder Fussball?
Weder noch.
Wein oder Bier?
Wein.
Stadt oder Land?
Stadt, ich bin kein Landmensch.
Nach welchem Motto leben Sie?
Keine Pläne machen – es kommt ja doch anders als man denkt.