Wie bekommen wir die Spitalkosten in den Griff?

Wie bekommen wir die Spitalkosten in den Griff?

Die Spitalkosten wachsen in den Himmel. Wie lassen sie sich bremsen, wer trägt die grösste Verantwortung? Reto Lipp diskutiert mit Akteuren des Systems: Rudolf Bruder, Leistungschef der Helsana-Gruppe, Rolf Gilgen, Direktor des Spitals Bülach, sowie Patientenschützerin Brida von Castelberg.

In der Spitalbranche stehen ökonomische Grundsätze Kopf. Hier bestimmt nicht die Nachfrage das Angebot, sondern umgekehrt: Die Spitäler erweitern unaufhörlich ihre Leistungen, und die Patienten nehmen sie gerne in Anspruch. Das Ergebnis: Die Spitalkosten haben sich in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt. Ist dieses System noch zu retten?

Reto Lipp sucht mit Playern des Gesundheitssystems nach Lösungen. Er diskutiert mit:

Brida von Castelberg, Vizepräsidentin SPO Patientenschutz

Spitäler fokussieren zu wenig aufs wirklich Notwendige, dafür bieten sie zu viel unnötigen Luxus an – in den Augen von Patientenschützerin Brida von Castelberg hat der Wettbewerb unter den Spitälern alles verteuert. Die ehemalige Chefärztin des Zürcher Triemli-Spitals kritisiert unnötige Operationen und fordert, dass sich Spitäler wieder aufs Wesentliche besinnen: Patienten adäquat zu versorgen.

Rudolf Bruder, Leiter Kundenservice & Leistungen Helsana

In der Schweiz gibt es eindeutig zu viele Spitäler, sagt der Leistungschef der Helsana-Versicherung. Gleichzeitig sieht er aber auch die Patienten in der Pflicht. Deren Erwartungshaltung sei: Wenn man gesund sei, wolle man eine möglichst tiefe Prämie, bei Krankheit eine möglichst gute Versorgung. Diese Rechnung geht nicht auf.

Rolf Gilgen, Direktor Spital Bülach

Regionalspitäler seien wichtig, meint der Direktor des Spitals Bülach im Zürcher Unterland. Sie böten kürzere Wege, tiefere Preise und letztlich eine schnellere Genesung. Dass er Privatpatienten braucht und lukrative Spezialisierungen anbietet, ist für ihn keine Frage der Wahl: Allein mit der Grundversorgung könne ein Spital seine Kosten nicht decken.

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