«CitizenFour» - Whistleblower Edward Snowden in Aktion

Laura Poitras zeigt im oscar-prämierten «CitizenFour» den Moment, wie sie und der Journalist Glenn Greenwald den Ex-CIA- und NSA-Mitarbeiter Edward Snowden alias CitizenFour in einem Hotelzimmer in Hongkong treffen, um publik zu machen, dass die USA ihre Bürger ausspioniert.

Edward Snowden (links) mit dem Journalisten Glenn Greenwald.
Bildlegende: Edward Snowden (links) mit dem Journalisten Glenn Greenwald. First Hand Films

Nachdem man «CitizenFour» gesehen hat, kommt einem unsere Fichen-Affäre wie ein Klacks vor. Und verglichen mit der gigantischen Überwachung, die in den USA via Telefonie und Internet läuft, wirkt die Stasi wie ein Haufen Amateure.

Beim Zusehen und Zuhören wird man beinahe selber paranoid, weil in Edward Snowdens Hongkonger Hotelzimmer plötzlich der Feueralarm losgeht. Will da jemand sein konspiratives Treffen mit der Dok-Filmerin Laura Poitras und dem Journalisten Glenn Greenwald verhindern? Ein Anruf zur Reception bringt Entwarnung: Fehlalarm.

Nominiert für den Oscar als bester Dok-Film
Snowden enthüllt im Sommer 2013, dass die amerikanischen Nachrichtendienste nicht nur Verdächtige, sondern alle in den USA überwachen. Eine Woche nach 9/11 habe man damit begonnen. Der Film zeigt den damals 29-Jährigen als überaus gelassen und analytisch agierenden Mann, der diese einer Demokratie unwürdigen Überwachungsmethoden ablehnt.

Gefasst spricht er über die Konsequenzen, die ihn erwarten. Heute lebt er inkognito im Exil in Russland. So sehr ich Snowdens couragiertes Verhalten auch bewundere, so richtig warm wurde ich mit «CitizenFour» nicht.

Zu wenig Hintergrundinformationen
Es ist ein kühler Blick auf einen Whistleblower und seine journalistischen Helfer. Filmisch nichts Besonderes, da fast alles im Hotelzimmer gedreht wurde. Entsprechend ist das meiste auf dem Wissensstand von 2013. Etwas mehr Hintergrundinformationen wären schön gewesen. So funktioniert der Film fast nur als Dokumentierung des «Going public». 4 von 6 Filmbären.

Trailer Ed / Edward Snowden Interview E

Autor/in: Reto Baer