Doppelmuss: «Rosalie Blum» und «Toni Erdmann»

Julien Rappeneaus «Rosalie Blum» und Maren Ades «Toni Erdmann» sind zwei jener raren Filme, die einen durchs Band immer wieder überraschen. Somit starten diese Woche gleich zwei Filme, die man unbedingt sehen muss. Keine Ausreden!

Tolle Schauspieler: Noémie Lvovsky als Rosalie Blum und Peter Simonischek als Toni Erdmann.
Bildlegende: Tolle Schauspieler: Noémie Lvovsky als Rosalie Blum und Peter Simonischek als Toni Erdmann. Praesens/Filmcoopi

Rosalie und Toni würden gut zusammenpassen, aber sie sind die Titelfiguren zweier verschiedener Filme. Rosalie Blum (Noémie Lvovsky) ist die Frau, die dem schüchternen Coiffeur Vincent (Kyan Khojandi) nicht mehr aus dem Kopf geht. Er glaubt, sie zu kennen, weiss aber nicht woher. Deshalb beginnt er, sie zu stalken.

Wer nun einen dramatischen Krimi erwartet, der sieht sich bald getäuscht. «Rosalie Blum» ist nicht schubladisierbar und macht so unglaublichen Spass, weil die Figuren echt wirken und uns am laufenden Band überraschen. Absolut köstlich.

Zwei der besten Filme des Jahres
Toni Erdmann gibt es eigentlich gar nicht. Winfried (Peter Simonischek) hat sich diese Figur ausgedacht, weil seine ehrgeizige Tochter Ines (Sandra Hüller) sich bei ihrer Arbeit in Bukarest durch ihn gestört fühlt und ihn wieder heim nach Deutschland schickt. Können wir verstehen, da Winfrieds doofen Scherze wirklich nervenaufreibend sind.

Deshalb verwandelt sich Winfried in Toni Erdmann, den hat Ines ja nicht fortgeschickt. Mit Wuschelperücke und Scherzartikel-Gebiss startet er jetzt erst recht einen Humor-Amoklauf. Doch nun bietet ihm die Karrierefrau Ines die Stirn.

«Toni Erdmann» ist mit Sicherheit der originellste Vater-Tochter-Film, der ebenso traurig wie lustig ist. Genauso ein Muss wie «Rosalie Blum». Ein Doppelmuss!

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Autor/in: Reto Baer