«Buchclub - Annäherungen an die Schriftstellerin Alice Munro»

Ein Buchclub in einer Kleinstadt Kanadas. Fünf Frauen treffen sich, um über Alice Munros Werke zu diskutieren. Sie wirken in Kuners Dokumentation wie Gestalten aus einer Erzählung Munros, die jeglichen Romantizismus unterläuft und die Realität in ihrer Ambivalenz zeigt. Von Jean-Claude Kuner.

Alice Mnro blickt hinter einem Buch hervor.
Bildlegende: Keystone

In Munros 1968 erschienenen Erzählung «Der Friede von Utrecht» steigt die Ich-Erzählerin, eine junge Mutter vor ihrem Elternhaus aus dem Auto. Sie hat ihre kleinen Kinder mitgebracht, die viel von diesem Haus gehört haben und es nun zum ersten Mal sehen: «Und ich meinte, in der Stimme meiner Tochter eine vielschichtige Enttäuschung zu hören - mit der sie sich typischerweise abzufinden schien, sogar im Voraus; es fand sich darin all die ernüchternde Befremdung des Augenblicks, in dem sich der Vorhang vor dem Ursprungsort der Legende auftut, vor der unbefriedigenden, bescheidenen und unwiderlegbaren Wirklichkeit.»

Mit: Hedi Kriegeskotte, Victoria Trauttmansdorff, Anne Müller

Regie: Jean-Claude Kuner – Produktion: NDR 2015 - Dauer: 54'

Alice Munro wurde am 10.07.1931 geboren und wuchs auf einer Silberfuchsfarm in Wingham zwischen Toronto und Detroit im Süden der Provinz Ontario auf. Als sie zehn Jahre alt war, erkrankte ihre Mutter an einer seltenen Form der Parkinson-Krankheit. Zwischen 1949 und 1951 studierte Munro. Aus Geldmangel brach sie ihr Studium ab, heiratete James Munro und brachte zwischen 1953 und 1966 vier Töchter zur Welt. Die zweite Tochter starb kurz nach der Geburt. 1963 zogen Alice und James Munro nach Victoria auf Vancouver Island an der kanadischen Westküste und gründeten dort eine Buchhandlung. 1972 trennte sich Munro von ihrem Ehemann und heiratete 1976 ein zweites Mal. 2013 erhielt sie den Nobelpreis für Literatur.

Aus urheberrechtlichen Gründen können wir Ihnen auf unserer Internetseite nur einen Ausschnitt des Hörspiels anbieten.

Redaktion: Claude Pierre Salmony