«Im Zeichen des Stiers» von und mit Joachim Rittmeyer

Joachim Rittmeyer war der erste Schweizer Preisträger beim «Salzburger Stier». Das war 1982. Und es war der Anfang zweier grossartiger Karrieren. Der «Stier» ist mittlerweile einer der angesehensten Kleinkunstpreise überhaupt. Und Joachim Rittmeyer gehört zu den grössten Bühnenkünstlern des Landes.

Joachim Rittmeyer
Bildlegende: Joachim Rittmeyer Keystone

Zur Einstimmung auf die Live-Übertragung der diesjährigen «Stieren-Gala» aus Schaffhausen ist Joachim Rittmeyer im SRF-Hörspiel am Montag mit drei Ausschnitten aus drei Jahrzehnten zu hören.

Als Rittmeyer 1982 in Salzburg die Bühne betrat, war der ausgebildete Primarlehrer aus der Ostschweiz ein weithin unbekannter Kabarettist. Das passte, denn bis heute wird der «Salzburger Stier» (mit wenigen Ausnahmen) als Nachwuchspreis verliehen. Rittmeyer hatte damals einen «Götti» zur Seite. Das war Franz Hohler, und die beiden lieferten einen grandiosen Doppelauftritt ab.

Zehn Jahre später, zum ersten runden Geburtstag des inzwischen weitherum beachteten Preises, trat Joachim Rittmeyer erneut in Salzburg auf. Wobei: Von Auftreten konnte nicht wirklich die Rede sein. Der Künstler liess sich nämlich durch einen gewissen Theo Metzler vertreten, eine seiner Figuren. Und so ging es weiter: Rittmeyer, dessen Karriere im Zeichen des Stiers begann, zog sich immer mehr zurück und überliess das Feld jenen kunstvoll unnormal tickenden Normalos, die er selbst in die Welt gesetzt hatte.

Einer von ihnen ist Jovan Nabo, ein Immigrant aus Ungarn. Nabo schilderte 2012 im Programm «Lockstoff», was man als Ausländer alles falsch machen kann, wenn man versucht, ein Schweizer Altpapierbündeli korrekt zu schnüren.

Mit Ausschnitten aus: Salzburger Stier 1982 (mit Franz Hohler); Salzburger Stier 1992; «Lockstoff» 2012

Produktion: SRF/ORF 1982 und 1992; SRF 2012 - Dauer: 48'

In der Online-Version hören Sie Joachim Rittmeyer's ungekürzten Auftritt von 1992.

Das Programm «Lockstoff» ist als CD im Christoph Merian Verlag erschienen und im SRF-Shop erhältlich.

Redaktion: Redaktion: Reto Ott