Premiere: «Geister sind auch nur Menschen» von Katja Brunner

Das Altersheim: Eine Zwischenwelt, an der Grenze von Leben und Tod. Katja Brunner lässt sie zu Wort kommen: Die Unbetuchten und die Unbesuchten, die, die nicht vom Leben lassen können, und die, die man nicht aus dem Leben lässt. Sie alle haben noch Bedürfnisse: Denn Geister sind auch nur Menschen.

Eine ältere Frau, die sich das Gesicht mit den Händen verdeckt.
Bildlegende: Viele alte Menschen leben in einer Zwischenwelt, an der Grenze von Leben und Tod. Katja Brunner gibt ihnen eine Stimme. Imago/Westend61

In «Geister sind auch nur Menschen» schafft es Katja Brunner, scheinbar klare, fast schon klischierte Situationen ernst zu nehmen: Den alten Mann, der die Welt nur noch aus der Horizontale seines Betts wahrnimmt, und der der Pflegekraft an den Hintern fasst. Die alte Frau, die kein Toilettenpapier mehr hat, und mit vollen Hosen in den Supermarkt geht, unter den gerümpften Blicken der anderen Menschen. Man verabscheut sie, man versteht sie. Und das sind Bilder, das sind Gefühle, die bleiben.

Mit: Marion Breckwoldt (Frau Heisingers Inneres), Friederike Wagner (Frau Simplon), Verena Buss, Jörg Dathe, Katja Reinke, Jörg Schröder, (Arsenal der Alten), Lisa-Katrina Mayer, Jirka Zett (Pflegefachkräfte und Pflegefachschwächen), Nela Schröder (Frau Heisingers Inneres, Frau Simplon), Hansrudolf Twerenbold (Bill)

Musik: Mario Marchisella - Tontechnik: Basil Kneubühler - Dramaturgie: Wolfram Höll - Hörspielfassung und Regie: Erik Altorfer - Produktion: SRF 2017 - Dauer: 54'

Katja Brunner ist wohl die aufregendste junge Autorin der Schweiz. 1991 in Zürich geboren, erhielt sie mit 18 Jahren die renommierteste Auszeichnung für deutschsprachige Theaterstücke, den Mülheimer Theaterpreis, für «Von den Beinen zu kurz». Brunner hat Szenisches Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut Biel sowie an der Universität der Künste Berlin studiert. Das Stück «Geister sind auch nur Menschen» hat Katja Brunner ursprünglich als Hausautorin am Theater Luzern geschrieben.

Redaktion: Wolfram Höll