«Von den Beinen zu kurz» von Katja Brunner

Ein Mädchen verteidigt ihren Vater, der sie von klein auf missbraucht hat. Auch später noch, allen Therapien zum Trotz. «Ich habe doch als Menschenwesen das Recht, zu lieben, wen ich will.» Für sie ist es eine einmalige Liebesgeschichte. Sie hat es nicht anders gelernt.

Die Schweizer Autorin Katja Brunner.
Bildlegende: Die Schweizer Autorin Katja Brunner. Keystone

Vom Tag ihrer Geburt an liebt der Vater die Tochter abgöttisch. Seine Liebe kennt keine Grenzen, auch keine körperlichen. Sein Begehren wird zur Normalität, mit der Tochter umgehen muss, weil sie keine andere Wahl hat. Für die Mutter ist sie die Konkurrentin, die ihr den Mann gestohlen hat. Für den Vater ist sie der Inbegriff der Verführung, gegen die er nicht ankommt. Für den Arzt ist sie einfach eine Fünfjährige mit Scheidenpilz, so was kommt vor. Und die Tochter? Verteidigt den Vater. Liebt den Vater. Klammert sich verzweifelt an die einzige Liebe, die sie kennt.

Mit: Roxana Samadi, Judith Engel, Josephine Banik, Carolin Conrad, Sebastian Rudolph, Marion Breckwoldt, Stephan Bissmeier

Musik: Martin Schütz - Hörspielfassung und Regie: Erik Altorfer - Produktion: WDR 2014 - Dauer: 53‘

Die Autorin Katja Brunner, 1991 in Zürich geboren, war erst 18 Jahre alt, als sie das Stück «Von den Beinen zu kurz» schrieb. Sie gewann damit 2013 den renommierten Mülheimer Dramatikerpreis. «Die Autorin überschreitet Tabus, ohne dabei je reisserisch zu sein», heisst es in der Begründung der Jury.

Weitere Werke: «Ihr habt nichts zu verlieren ausser eurer Angst», Kurzhörspiel SRF (2012), «Die Hölle ist auch nur eine Sauna», Schauspiel (2013).

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Redaktion: Claude Pierre Salmony