Die Zweiklassengesellschaft auf Kreuzfahrtschiffen

Die Schiffs-Crew leistet unter dem Deck monatelang Knochenarbeit, damit sich die Touristen an Bord vergnügen können. Das Pensum ist hoch, die Löhne tief. Dies liegt auch an immer günstigeren Preisen für Kreuzfahrten.

Informationen von Christine Plüss, Geschäftsleiterin des Reiseportals «fairunterwegs.org».

  • Für ein Kreuzfahrtschiff mit 6500 Passagieren braucht es eine Besatzung von 2500 Personen.
  • Die Crew besteht in der Regel aus Mitarbeitern aus Dutzenden von Nationen.
  • Früher bestand die Crew vor allem aus Menschen aus Westeuropa. Heute rekrutieren die Reedereien vor allem in Südostasien (Indonesien, Philippinen, China).
  • Die Unterkunft liegt häufig ohne Bullaugen-Fenster tief im Schiffsbauch.
  • Während dem Einsatz gibt es kaum Landgang für die Besatzung.
  • Die Crew ist sechs Monate ohne Unterbruch im Schichtbetrieb im Dienst.
  • Der Basisstundenlohn beträgt einen Euro.
  • Seit 2013 definiert die Maritime Labour Convention (MLC) Mindeststandards, welche für Reedereien verbindlich sind.
  • Kontrollen sind jedoch schwierig, weil das Personal häufig von Leiharbeitsfirmen angestellt ist und keinen Vertrag mit der Schiffslinie besitzt.

Stinkende Kreuzfahrtschiffe: Ferien auf Kosten der Umwelt

Die meisten Schiffe fahren mit billigem Schweröl und verpesten so die Umwelt. «Kassensturz» berichtete vor zwei Jahren, welche Reedereien zum Himmel stinken.

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Stinkende Kreuzfahrtschiffe: Ferien auf Kosten der Umwelt

8:53 min, aus Kassensturz vom 22.9.2015

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