Darum geht es: Postauto hat angekündigt, dass ab Ende Jahr in den Fahrzeugen kein kostenloses Wlan mehr angeboten wird. 2012 hat Postauto als erstes grosse ÖV-Unternehmen in der Schweiz Gratis-Internet für Fahrgäste eingeführt.
So begründet Postauto die Streichung: Mediensprecherin Katharina Merkle sagt: «Bisher war das Wlan für die Tablets der Fahrerinnen und Fahrer notwendig. Neu laufen diese direkt über das Mobilfunknetz.» Das Wlan würde daher künftig nur noch für die Fahrgäste gebraucht. «Das finanziert das Bundesamt für Verkehr nicht mehr mit.» Zudem hätten sich die Nutzungszahlen in den letzten fünf Jahren halbiert.
Das wird kritisiert: Ein Hörer des SRF-Konsumentenmagazins «Espresso» sieht darin einen weiteren Leistungsabbau und ein «merkwürdiges Verständnis von Service Public». Der Entscheid treffe vor allem Schülerinnen und Schüler, die noch keine Flat-Rate haben sowie Passagiere, die sich kein solches Abo leisten können. Ebenfalls betroffen seien Touristen, «die um jedes WLAN froh sind und sich fragen, weshalb die Schweiz dies im öffentlichen Verkehr nicht anbietet.»
Das tut uns auch leid. Wir haben den Service sehr gerne angeboten.
Das sagt Postauto zur Kritik: Erstaunlicherweise gibt die Mediensprecherin dem Mann recht: «Das ist so und tut uns auch leid. Wir haben den Service sehr gerne angeboten, zumal wir ja auch Pioniere waren.» Postauto habe jedoch abwägen müssen. «Es geht um mehrere 100'000 Franken im Jahr, die wir künftig selbst hätten bezahlen müssen, beziehungsweise letztlich der letztlich die Fahrgäste über die Ticketpreise. Und dies für ein Angebot, welches nur noch fünf Prozent der Postauto-Fahrgäste nutzen.» Tendenz sinkend.
Das sagt das Bundesamt für Verkehr: «Wir haben den gesetzlichen Auftrag, das zu finanzieren, was betriebsnotwendig ist», sagt BAV-Sprecher Michael Müller. «Was darüber hinaus geht, müssen die ÖV-Unternehmen aus ihren eigenen Einnahmen bezahlen.» Das Geld, welches der Bund künftig nicht mehr ans Gratis-Wlan im Postauto zahle, fliesse weiterhin in den öffentlichen Verkehr. «Wir wollen das Geld dort einsetzen, wo es maximalen Nutzen bringt», meint Müller, «in möglichst viele Kurse, neue Angebote und Linien.»