«Extra vergine»-Olivenöl im Test: Viele sind mittelmässig

Vier Olivenöle erfüllten in einem Test von vierzehn Produkten die Anforderungen für das Label «extra vergine» nicht. Eine Degustation der übrigen zehn zeigte: Die Bezeichnung bedeutet nicht, dass ein Öl von besonderer Qualität ist.

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Test: Olivenöl-Hersteller schwindeln mit «extra vergine»

13 min, aus Kassensturz vom 7.10.2014

14 Olivenöle mit dem Label «extra vergine» oder «nativ extra» haben «Kassensturz» und das westschweizer Konsumenten-Magazin «A Bon Entendeur» im Labor testen lassen.

Analysen des Säure-Gehalts und sensorische Prüfungen ergaben: Vier der Oliven-Öle erfüllen die Anforderungen für das Label nicht (Beitrag: Olivenöl-Hersteller schwindeln mit «Extra Vergine».)

Die 10 echten «extra vergine»-Öle hat die Redaktion von «A bon entendeur» von einer Jury degustieren lassen. Dabei gab es Produkte, die besser ankamen als andere.

Die Fachjury:

  • Fabienne Roux, Olivenöl-Spezialistin, diplomierte Verkosterin des Conseils oléicole international,
  • Josef Zisyadis, ehemaliger Waadtländer Nationalrat und Co-Präsident von Slow Food,
  • Geneviève Rousseau Leupin, betreibt ein Sensorik- und Degustationsatelier,
  • Jérôme Hernot, ist Koch und produziert Feinkostmenues,
  • und Madeleine Gay, war beste Winzerin des Jahres 2013.

Das Teuerste bekam schlechte Noten

Die beiden wichtigsten Kriterien für die Bewertung waren: Das Aroma und der Geschmack. Dazu verteilte die Jury Punkte auf einer Skala zwischen 1 und 10.

Von den 10 Ölen ist eines durchgefallen und zwar bei der ganzen Jury, Il Grezzo, das teuerste Öl im Test.

Jurymitglied Geneviève Rousseau Leupin kritisiert: «Es hat überhaupt nicht nach Früchten gerochen, überhaupt nicht. Widerwillig habe ich es dann probiert, es war eine Katastrophe.»

«Extra vergine» muss Geschmack haben

Nicht viel besser- die Werte für Abril, Leader Price und Olivana. Fabienne Roux, beanstandet Abril: «Dieses Öl hatte keinen Geschmack. Ich finde, wenn ein Hersteller extra vergine auf die Flasche schreibt, dann darf der Konsument auch einen Oliven-Geschmack erwarten.»

Josef Zisyadis, ehemaliger Nationalrat, Co-Präsident zu Olivana: «Ein Öl habe ich abscheulich gefunden, modrig in der Nase und fast ranzig. Und vom Geschmack her einfach abscheulich.»

Mit Aromen von Pfirsichen und Zitronen

Bessere Bewertung für diese Produkte im Mittelfeld: Es gab auch Öle , die bei der Jury gefielen. Eine deutlich eine bessere Bewertung für Monini Classico, aus Italien und beste Werte von der gesamten Jury gab es für Minos.

Madeleine Gay, Winzerin des Jahres 2013 zu Minos: «Das ist ein Öl, das mir gut gefallen hat. Fast ein Feinschmecker-Öl mit schönen Aromen von frischen Früchten wie Pfirsichen und Zitronen.»

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Bildlegende: Die Testsieger. SRF

Das teuerste Öl in der Degustation mit einem Preis von 14.90 Franken pro Liter ist bei der Jury am schlechtesten angekommen und das beste kostet rund 10 Franken.

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Olivenöl-Experte Philipp Notter im Studiogespräch

7:23 min, aus Kassensturz vom 7.10.2014