Einkaufstrolleys im Test: Mit billigen Wägeli fährt man gut

Postiwägeli galten lange Zeit als verstaubt. Nun sind sie auch bei Jungen im Trend. Sie ersparen einem das Tragen schwerer Einkäufe. «Kassensturz» hat neun der meistverkauften Postiwägeli in der Praxis und im Labor getestet. Das teuerste Modell kostet 180 Franken. Der Testsieger bloss ein Drittel.

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Einkaufstrolley-Test: Mit billigen Wägeli fährt man gut

6:09 min, aus Kassensturz vom 28.10.2014
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Bildlegende: 35km mussten die Wagen auf einer Holperrolle fahren. SRF

Zehn Stunden lang fahren die Postiwägeli über Asphalt, Kies und Bordsteine. Eine Tortur im Labor. Testleiter Andreas Müller schraubt jeden der neun Wagen auf eine grosse Rolle. Darauf absolvieren alle Wagen den gleichen Parcours, und die gleichen Strapazen.

Erstaunlich ist das Resultat: Nur zwei der neun Wagen fallen beim wichtigsten der 6 Testkriterien durch.

Das Problem sind nicht die Räder, sondern die Griffe und Holme. Sind diese zu schwach, brechen sie. Testleiter Andreas Müller empfiehlt: «Ein Griff, der aus zwei massiven Holmen besteht, ist immer stabiler. Und allgemein sind die Teleskop-Griffe eher schwach gebaut.»

Grosse Öffnung vs. Schutz vor Regen

Neben den Tests im Labor spielte die Praxis eine wichtige Rolle. Schon beim Beladen der Wagen zeigten sich grosse Unterschiede. Nur bei Wagen mit grosser Öffnung liessen sich die Waren komfortabel verstauen.

Und wer ein Sechser-Pack Wasser einkauft, hat nicht mehr viel Raum für andere Produkte. Die 16 Alltagsnahrungsmittel und das Mineralwasser schluckten nur zwei der getesteten Wagen.

Die grosse Öffnung hat meist eine Kehrseite: Sie schützt die Waren nur schlecht vor Regen. Wer seinen Einkauf ordentlich vor Wasser schützen will, hat keine grosse Auswahl. Komplett dicht war keiner der Postiwagen.

Allerdings weisen fünf Wagen nur kleine feuchte Stellen auf. Bei dreien ist der Inhalt nach fünf Minuten Dauerregen komplett nass. Und bei einem Wagen sind die Seitenwände undicht.

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Qualität muss nicht teuer sein

Die Wagen sind sehr unterschiedlich gebaut. Die Grösse der Räder, die Länge der Holme oder auch die Tragegriffe: alles variiert von Modell zu Modell.

Eine Probefahrt sei deshalb vor dem Kauf unerlässlich, sagt Testleiter Müller. «Für grosse Leute sind die Holmen oft zu kurz, und für kleine Leute die Tragegriffe zu weit oben.»

Gross ist die Preisspanne. Der günstigste Postiwagen im Test kostet 39 Franken. Der teuerste 180 Franken. Wer mit einem soliden Wagen posten will, muss nicht viel Geld ausgeben. Der Testsieger Andersen Scala Shopper Hera gehört mit knapp 60 Franken zu den günstigsten Postiwägeli im Test.