Kaputte Eheringe: Symbol der Liebe sorgt für Ärger

Wer heiratet und Ringe tauscht, möchte gerne, dass die Ringe eine Ehe lang halten. So wünschte es sich auch das Ehepaar Bredo. Doch: Obschon sie explizit robuste Ringe wünschte, waren sie nach nur einem Tag bereits stark beschädigt.

Video «Kaputte Eheringe: Symbol der Liebe sorgt für Ärger» abspielen

Kaputte Eheringe: Symbol der Liebe sorgt für Ärger

5:53 min, aus Kassensturz vom 17.2.2015

Marina und Pascal Bredo aus Abtwil bei St.Gallen sind frisch verheiratet. Am Hochzeitstag wollte das Paar Ringe fürs Leben austauschen und liess sich deshalb schon Monate im Voraus vom bekannten Schmuckhaus Rhomberg in St. Gallen beraten. Robust und langlebig sollten ihre Ringe sein. Marina Bredo erinnert sich: «Uns war wichtig, dass sie möglichst kratz- und hickfest sind. Wir haben dann verschiedene Materialien angeschaut, zum Beispiel Titan und Edelstahl.» Die Verkäuferin habe sie dann auf das Palladium aufmerksam gemacht, erinnert sich Marina Bredo: «Sie sagte, dass das zu unseren Bedürfnissen passen würde, und es liess sich auch gut verbinden mit dem Carbon, was uns gut gefallen hat.»

Furchen nach einem Tag

Am siebten Juni war es soweit: Die 3500-fränkigen Trauringe aus Palladium und Carbon kommen zum Einsatz. Marina und Pascal Bredo tauschen die Ringe und tragen diese zum ersten Mal. Doch bereits am anderen Morgen erschrickt das frisch vermählte Paar: «Mein Ring hatte schon einen rechten Hick drin in der Kante und auch in der ganzen Fläche hatte er schon einige.»

Drei Tage nach der Hochzeit bringt das Brautpaar die Ringe zurück zur Rhomberg-Filiale in St.Gallen. Repariert und aufgefrischt erhalten Bredos die Ringe nach sechs Wochen zurück. Gerade noch rechtzeitig vor den Flitterwochen in Griechenland. Während der zwei Flitterwochen nimmt das Ehepaar die Ringe beim Baden ab. Doch das nützte nichts. Pascal Bredo erinnert sich: «Nach diesen zwei Wochen haben sie dann leider wieder relativ schlimm ausgesehen.»

Nach nur knapp drei Wochen Tragezeit und einer Reparatur sehen die Ringe definitiv nicht mehr schön aus: Der Herrenring hat einen grossen Ausreisser im schwarzen Carbon und das Palladium des Damenrings ist übersäht von kleinen Dellen.

Gute Aufklärung ist wichtig

Ein schwarz-silberner Ehering mit Furchen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Bereits nach einem Tag wiesen die Ringe unschöne Spuren auf. SRF

Goldschmied Peter Loosli, ist beim Verband Schweizer Goldschmied- und Uhrenfachgeschäfte für die Ausbildung zuständig. Er kennt das Problem mit den verkratzten Eheringen – wenn auch nicht schon nach so kurzer Zeit wie bei Bredos: Er selbst verwende Palladium und Carbon kaum für Eheringe. «Beide Materialien sind nicht sehr robust, Palladium ist eher grau, passt vielleicht zum schwarz, aber das sind die Wünsche des Kunden beziehungsweise die Vorstellungen des Goldschmieds. Doch das Material ist weich.» Die Aufklärung der Kunden sei wichtig, betont Loosli.

Genug aufgeklärt

«Kassensturz» besucht den Hauptsitz von Rhomberg Schmuck in Marbach im Kanton St.Gallen. Verwaltungsratsmitglied Hans Frei nimmt Stellung. Er betont, dass das Ehepaar ausdrücklich einen Carbonring gewünscht habe und die Verkaufsberaterin das Ehepaar auf die Materialeigenschaften genügend hingewiesen habe. Frei gibt zu: «Es gibt durchaus härtere Materialien, doch diese sind viel teurer als die Ringe von Bredos.» Zudem habe Rhomberg Schmuck mit den Materialien immer nur gute Erfahrungen gemacht. «Deshalb haben wir das Gefühl, das der Schaden auf unsachgemässe Behandlung zurückzuführen ist und nicht auf einen Mangel des Produkts.»

Nur knapp drei Wochen konnten Bredos intakte Ringe tragen – zwölf Wochen waren sie bei Rhomberg in Reparatur oder nur zur Abklärung. Die Enttäuschung ist gross. So gross, dass die Ringe nun in der Schachtel bleiben. Marina Bredo: «Als der Ring zurückkam, war er so verkratzt und verhickt. Ich fand, dass dies nicht der Ring ist, den Pascal mir an der Hochzeit überreicht hatte. Ich hatte genug, ich wollte ihn dann einfach nicht mehr tragen.»