Legionellen, die unerwünschten Hotelgäste

Sie kommen via Wasserleitung. Und sie können tödliche Krankheiten auslösen: Legionellen. Hotels seien besonders gefährdet, sagt das St. Galler Amt für Verbraucherschutz. Seine Untersuchungen zeigen: Hier gibt es tatsächlich Probleme mit diesen Bakterien.

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Tipps:

  • Wassertemperatur auf mindestens 55 Grad einstellen.
  • Für ausreichende Zirkulation sorgen: Wasserhähne, die länger nicht gebraucht wurden, vor Benutzung einige Minuten mit heissem Wasser durchspülen.
  • Stark verschmutzte Boiler und Leitungen reinigen und desinfizieren.

Legionellen können Lungenentzündungen auslösen, auch tödliche. Weshalb sind sie speziell in Hotels ein Problem?

Lukas Ströhle vom St. Galler Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen: «Probleme mit Legionellen gibt es, wenn das Wasser nicht ausreichend erhitzt wird. Und andererseits, wenn es in der Leitung stehenbleibt. Und das passiert, wenn Hotelzimmer nicht belegt sind.» Deshalb hat das Amt das Duschwasser in Hotels ins Visier genommen.

«Nicht zufriedenstellend»

Das Resultat im vergangenen Jahr war «nicht erfreulich», wie es im St. Galler Untersuchungsbericht heisst: Bei 15 von 104 Proben lag der Legionellenwert über der Toleranz, in 8 Fällen wurde auch der gesundheitskritische Grenzwert überschritten.

Das Amt für Verbraucherschutz hat deshalb im Februar und März 2014 eine Folgeuntersuchung durchgeführt. Die Resultate waren besser, «aber immer noch nicht zufriedenstellend».

Sofortmassnahmen zum Schutz der Hotelgäste

Bei der Folgeuntersuchung überschritten 8 von 124 Proben den Legionellen-Grenzwert. Bei drei Proben war die Legionellen-Konzentration so hoch, dass zum Schutz der Hotelgäste Sofortmassnahmen nötig wurden: Die Warmwasser-Systeme mussten chemisch oder thermisch desinfiziert werden.