So funktioniert das Geschäft mit privaten Daten

Wie ist Moneyhouse zu den Millionen von Personendaten gekommen? Mit dieser Grafik zeigt «Kassensturz», wer an den persönlichen Informationen von 8 Millionen Schweizern verdient.

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Info-Grafik «Adresshandel»

1:38 min, aus Kassensturz vom 9.4.2013

Jeder gibt irgendwo einmal seine Adresse an. Sei es bei einem Wettbewerb, einer Bestellung im Versandhandel oder öffentlichen Quellen wie beispielsweise im Telefonbuch.

Diese Informationen gelangen an den Adresshändler Schober. Die Adressen und Angaben zum Geschlecht, lässt Schober bei der Post aktualisieren. Die Post verwendet dazu die Angaben von Umzugsformularen und kassiert Geld von Schober.

Den kompletten, aktualisierten Datensatz verkauft Schober an Moneyhouse. Diese prüft nicht, ob die Angaben gesperrt oder falsch sind. Moneyhouse stellt die Angaben ins Internet und macht ein Geschäft damit.

Das Problem

Die Personen, die Ihre Daten ursprünglich der Post, bei Gewinnspielen oder im Versandhandel angegeben haben, haben nie explizit einer Veröffentlichung im Internet zugestimmt. Weder die Post, Schober noch Moneyhouse übernehmen dafür die Verantwortung.

Schober hat die Zusammenarbeit mit Moneyhouse mittlerweile beendet, die Daten sind allerdings immer noch im Netz.