Schnelles Geld für Klimaschutz-Projekte

Die Klimastiftung verteilt Gelder an Schweizer KMU. Dieses Jahr waren es 2,5 Millionen Franken für Klimaschutzprojekte. Nächstes Jahr dürfte es noch mehr sein. Dass hier aber Geld auf Empfänger wartet, ist weitgehend unbekannt.

Fabrikkamine mit schwarzem Rauch in der Abenddämmerung Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wer die Umwelt belastet, bezahlt CO2-Abgabe. Die Klimastiftung setzt dieses Geld für den Klimaschutz wieder ein. Colourbox

«Ohne die Klimastiftung hätten wir unser Projekt nicht so rasch und nicht in diesem Ausmass realisieren können», sagt Beat Brunner von der Blumen Berger AG in Langnau im Emmental.

Von der Klimastiftung Schweiz erhielt seine Firma gut 70‘000 Franken, um die Heizungsleitungen in die Triebhäuser zu isolieren. «Damit können wir rund einen Drittel der Energie und somit auch der Heizkosten einsparen.»

Unkomplizierte Geldvergabe

Auch die Bäckerei/Confiserie Hanselmann in St. Moritz (GR) wurde bei ihrem Projekt zur Energieeffizienz unterstützt. Sie hat die alte Ölheizung durch eine Wärmepumpenanlage mit Wärmerückgewinnung aus den Backöfen ersetzt.

«Damit sparen wir 80 Prozent des Energieverbrauchs», schwärmt Geschäftsführer Andreas Mutschler. Die knapp 30‘000 Franken von der Klimastiftung haben klar bei der Realisierung des Effizienz-Projekts geholfen.

Beide KMU-Betriebe bestätigen, dass sie unkompliziert an die Gelder gekommen sind. «Wir sind ein bisschen stolz darauf, dass wir Fördergelder ohne grossen administrativen Aufwand an die Firmen bringen», sagt Vincent Eckert, Geschäftsführer der Klimastiftung Schweiz gegenüber dem Konsumentenmagazin «Espresso» auf Radio SRF 1.

«Einfache Anträge sollten innerhalb von 30 Minuten und ohne grosse Bürokratie ausgefüllt sein», so Eckert. Die Bedingungen für die Abholung von Fördergeldern sind denn auch genauso einfach erklärt: Unterstützung erhalten Schweizer KMU mit maximal 250 Mitarbeitenden. Die Projekte sowie die Investitionen werden in der Schweiz getätigt. Und der Antrag wird vor der Projektdurchführung eingereicht.

Gelder stammen von Dienstleistungsfirmen

«Momentan können wir 90 Prozent der Gesuche gutheissen.» Und trotzdem: Das Angebot wird immer noch wenig genutzt. Die Antragsteller stammen vorwiegend aus der Deutschschweiz. Im Tessin und in der Westschweiz sei die Klimastiftung noch kaum bekannt.

Und woher kommt das Geld? Insgesamt bezahlen 24 Dienstleistungs-Firmen in den Topf ein. Im laufenden Jahr wurden zirka 2,5 Millionen Franken für zukunftsgerichtete und innovative Projekte ausbezahlt.«Das Geld liegt natürlich nicht auf der Strasse, wir müssen uns schon stark darum bemühen», erklärt Vincent Eckert.

Lenkungsabgabe speist den Spendentopf

Die CO2-Abgabe ist eine Lenkungsabgabe, die seit 2008 erhoben wird. Sie hat das Ziel, den sparsamen Umgang mit fossilen Brennstoffen (zum Beispiel Heizöl oder Erdgas) zu fördern.

Ab 1. Januar 2014 wird der Abgabesatz auf 60 Franken pro Tonne CO2 erhöht; somit werden die jährlichen Abgabeerträge auf rund 800 Millionen Franken ansteigen.

Zwei Drittel dieser Gelder fliessen zurück an die Steuerzahler und an Unternehmen. Die Einnahmen aus der CO2-Abgabe, die von der Wirtschaft entrichtet wurden, werden an alle Arbeitgeber proportional zur abgerechneten AHV-Lohnsumme ihrer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zurückverteilt. 2013 sind das insgesamt 60 Millionen Franken.

Das wichtigste zusammengefasst:

  • Welche Betriebe sind antragsberechtigt?
    Schweizer KMU-Betriebe mit max. 250 Mitarbeitenden, die ein Projekt im Inland durchführen.
  • Wann ist der Antrag einzureichen?
    Der Antrag muss vor der Durchführung des Projektes eingereicht werden. Die Auszahlung des Förderbeitrages erfolgt erst nach belegtem Abschluss der Massnahme.
  • Wie hoch sind zurzeit die Fördersätze?
    Bei Effizienzprojekten gelten folgende Fördersätze:
    - 30 Franken pro vermiedene Tonne CO2
    - 10 Franken pro eingesparte MWh