Die Rolle der Medien: Wenn Vorbilder vom Sockel stürzen

  • Freitag, 10. Mai 2013, 9:06 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Freitag, 10. Mai 2013, 9:06 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Freitag, 10. Mai 2013, 18:30 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Im Fall des ehemaligen deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff wird den Medien eine unschöne Rolle attestiert. Haben sie nicht zu einer unverhältnismässigen Treibjagd gegen einen Mann aufgerufen, der so viel gar nicht auf dem Kerbholz hat?

Von Uli Hoeness, dem personifizierten moralischen Gwissen, fühlen sich viele Menschen enttäuscht.
Bildlegende: Von Uli Hoeness, dem personifizierten moralischen Gwissen, fühlen sich viele Menschen enttäuscht. Keystone

Christian Wulff hat sich auf eine Anklage eingelassen, weil er es sich wohl leisten kann. Geradezu mickrige Geldsummen machen ihn der Korruption verdächtig.

Weniger mickrig scheint das Kapital des FC Bayern Präsidenten Uli Hoeness zu sein, das er an der deutschen Steuer vorbei in der Schweiz lagert. Von ihm, dem personifizierten moralischen Gewissen, fühlen sich viele Menschen enttäuscht.

Und wieder sind die Medien voll dabei, um von einer zerbröckelten moralischen Instanz Kunde zu tun. Otfried Jarren, Professor für Publizistik an der Universität Zürich, zeigt im Gespräch mit Angelika Schett, wie unverzichtbar es ist, dass die Gesellschaft in solchen Debatten an die demokratischen Regeln erinnert wird.

Autor/in: Angelika Schett