FGM, eine mörderische Praxis

  • Montag, 6. Februar 2017, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 6. Februar 2017, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Montag, 6. Februar 2017, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

6. Februar ist der Internationale Tag gegen die weibliche Genitalverstümmelung. Rund 230 Millionen Frauen sind weltweit von dieser mörderischen Praxis betroffen. Kontext gibt Einblick in Projekte in der Schweiz und am Horn von Afrika, die angehen gegen diese folgenreiche Menschenrechtsverletzung.

FGM steht für Female Genital Mutilation. Noch immer geschieht es in Äthiopien, Eritrea, Somaliland, Ägypten, dem Sudan und anderen afrikanischen Ländern. Weltweit gesehen leben rund 230 Millionen Frauen mit verstümmelten Genitalien. Viele von ihnen mit schwerwiegenden Folgen.

Noch immer hält sich in den Dörfern die Vorstellung hartnäckig, FGM sei Teil der islamischen Kultur und Religion. Aber es gibt in den betroffenen Ländern auch Aktivisten und Akivistinnen, die erfolgreich Aufklärungsarbeit leisten.

Auch in der Schweiz leben rund 14`700 betroffene Frauen und Mädchen. Wer in der Schweiz FGM praktiziert, macht sich strafbar. Was an Prävention not tut und wie verstümmelten Frauen bei uns geholfen werden kann, auch das ist Thema in Kontext zum Gedenktag.

Beiträge

  • Ein Gedenktag

    Was kann ein internationaler Tag ausrichten? Sensibilisierung? Politische Kehrtwendungen? Änderung kultureller Praxis? Aufklärung über falsche Verknüpfungen mit Religion?

    Marisa Birri von Terre des Femmes Schweiz gibt Einblick in die Zielsetzung des Gedenktages und informiert über die Situation betroffener Frauen in der Schweiz.

    Cornelia Kazis

  • Erkundungsreise am Horn von Afrika

    Edna Adan ist 80 Jahre alt und kämpft unermüdlich gegen das Verbrechen an Frauen und Mädchen. Sie ist Hebamme und ehemalige First Lady von Somaliland. Sie hat dem deutschen Journalisten Arndt Peltner viele Türen geöffnet für seine Erkundungsreise am Horn von Afrika.

    Peltner zeigt in seiner Reportage wie folgenreich FGM ist. Aber er zeigt auch auf, welcher Widerstand sich regt gegen diese Menschenrechtsverletzung der ganz perfiden Art.

    Arndt Peltner

  • Präventions- und Interventionsmöglichkeiten in der Schweiz

    Vor einem Jahr hat der Bundesrat ein vierjähriges Projekt gegen FGM bewilligt. So ist ein Netzwerk von Terre des Femmes, Caritas, dem schweizerischen Kompetenzzentrum für Menschenrechte und dem Projekt sexuelle Gesundheit Schweiz entstanden.

    Es gibt in Genf und in Fribourg gynäkologische FGM Sprechstunden und in vielen Kommunen vorzeigbare Präventionsarbeit. Aber es fehlt an einer klaren Strategie gegen diese schattenhafte Menschenrechtsverletzung.

    Marisa Birri , FGM Expertin von Terre des Femmes Schweiz gibt Auskunft über Erreichtes und noch zu Erkämpfendes.

    Cornelia Kazis

Autor/in: Arndt Peltner, Cornelia Kazis, Moderation: Hansjörg Schultz, Redaktion: Sabine Bitter