Lynchjustiz in den USA – eine lange Geschichte

  • Montag, 22. September 2014, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 22. September 2014, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Montag, 22. September 2014, 18:30 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Warum ist US-Amerikanern das Recht Waffen zu tragen so wichtig? Diese Frage stellt sich aktuell wieder angesichts des jüngsten Opfers: Der schwarze Teenager Michael Brown war unbewaffnet, als er aus angeblicher Notwehr erschossen wurde.

Eine Hand hält eine Pistole, aus der es raucht.
Bildlegende: Das Recht eine Waffe zu tragen hat in den USA Tradition. Keystone

In Kontext erklärt der Heidelberger Historiker Manfred Berg die Rechtsmentalität der US-Amerikaner aus ihrer Geschichte. Sie ist eng verknüpft mit einer jahrhundertelang praktizierten Lynchjustiz. Diese Form der kollektiven Selbstjustiz richtete sich mehrheitlich gegen Afro-Amerikaner. Aber auch Mexikaner oder Chinesen wurden Opfer von Lynchmorden.

Für Manfred Berg ist es daher kein Zufall, wenn auch heute mehrheitlich Afroamerikaner Opfer von Waffengewalt werden, so wie sie auch mehrheitlich Opfer der staatlich vollzogenen Todesstrafe sind.

Autor/in: Judith Wipfler