«Kulturplatz extra» - mit Nina Mavis Brunner aus Spanien

Nina Mavis Brunner, 31 begegnet Spaniern ihrer Generation. Bei einer Arbeitslosigkeit von über 50 Prozent haben sie trotz bester Ausbildung kaum Perspektiven. Viele leben von weniger als 1000 Euro im Monat und ziehen wieder bei ihren Eltern ein.

Beiträge

  • Núria (26) - die Übersetzerin

    Núria (26) - die Übersetzerin

    Núria Martínez Berenguer hat einen exzellenten Abschluss als Übersetzerin. Zunächst lief es gut für die junge Selbständige. Doch seit dem Sommer 2012 hat sie keinen einzigen Auftrag mehr bekommen. Die Konsequenz: Núria zog wieder zu ihren Eltern nach Vilassar-de-Mar, ihrem Geburtsort in der Nähe von Barcelona, weil sie sich keine eigene Wohnung leisten kann. Damit gehört sie zu den zwei Dritteln junger Spanier zwischen 20-29 Jahren, die immer noch oder wieder bei ihrer Familie leben. Núria versucht optimistisch zu bleiben. Doch auch sie denkt ernsthaft darüber nach, auszuwandern.

  • Ruth (28) - die Kreative

    Ruth (28) - die Kreative

    Ruth Martínez Berenguer, Núrias Schwester, lebt in Madrid als Fotografin und Graphikdesignerin. Bis vor einem halben Jahr hatte sie eine Kaderstelle in einer PR-Agentur. Sie arbeitete von Montag bis Samstag, teilweise zwölf Stunden pro Tag - für einen Mindestlohn. Als sie gekündigt wurde, war es fast ein Aufatmen. Jetzt steht sie vor neuen Herausforderungen: Sie bekommt 600 Euro Arbeitslosengeld und muss 400 Euro Miete zahlen. Ruth versucht dies auch als Chance zu sehen, studiert jetzt Fotografie und Design. Sie fotografiert für «Kulturplatz» Bilder der spanischen Misere.

  • Rocío (34) - die Architektin

    Rocío (34) - die Architektin

    Rocío Díaz Cárdos studierte Architektur zu einer Zeit, da jedes dritte Bauprojekt Europas in Spanien lag. Die Universitäten bildeten Architekten aus, als ob der Boom nie zu Ende gehen würde. 2007 platzte die riesige Immobilienblase. Davon hat sich das Land bis heute nicht erholt. Seitdem bestimmen Nachrichten über Geisterstädte und Zwangsräumungen die Schlagzeilen. Architekten sind unmittelbar betroffen. Zu Tausenden verlassen sie das Land, um anderswo ihre Zukunft aufzubauen. Auch Rocío weiss bald keinen anderen Ausweg. Auch wenn das bedeuten würde, die Kinder anderswo aufwachsen zu sehen.

  • Irene (29) - die Unermüdliche

    Irene (29) - die Unermüdliche

    Irene González Morán ist studierte Ingenieurin und schreibt zur Zeit an ihrer Doktorarbeit. Parallel dazu absolviert sie gleich noch ein Studium, um als Lehrerin arbeiten zu können. Das wäre ihr mittlerweile dritter Abschluss. Sprachunterricht per Skype - mit Schülern aus Wien - hält sie über Wasser. Irenes Tagesablauf ist wohlstrukturiert: Wie viele Spanier lernt sie möglichst viele Fremdsprachen, um zur Not im Ausland leben zu können. Und wie viele hat sie es satt, immer nur warten zu müssen: auf den nächsten Job, auf ein Stipendium, auf eine bessere Zukunft.