Schillernde Nachtmusiken

Die Geigerin Baiba Skride bricht eine Lanze für Karol Szymanowskis Violinkonzerte, wobei das Erste die Nacht evoziert. Genau wie Mahlers Siebte auch.

Zwei «Nachtstücke» prägen Gustav Mahlers 7. Sinfonie: Diese beiden Sätze II und IV entstanden zuerst, und sie strahlen auf die ganze Sinfonie aus. Gemäss Alma Mahler schwebte dem Komponisten dabei eine «Eichendorffsche Nachtvision» vor, hochromantisch mit Windesrauschen, Vogelklang und Traumgebilden.

Nächtliches Naturerleben prägt auch Szymanowskis Violinkonzert, das angeregt ist durch das Gedicht «Mainacht» des polnischen Dichters Tadeusz Micinski. Dass «Nacht» aber mehr bedeutet als blosse sinnliche Versunkenheit im Dunklen, das machen sowohl Mahler wie Szymanowski ebenso unmissverständlich deutlich.

Karol Szymanowski: Violinkonzert Nr. 1 op. 35
Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 7 e-Moll

Orchestre Philharmonique de Radio France
Vasily Petrenko, Leitung
Baiba Skride, Violine

Konzert vom 17. Oktober 2014, Salle Pleyel, Paris

Redaktion: Marianne Lehner