Die Volksmusik auf der Kirchenorgel

Brauchtum

Volksmusik auf der Kirchenorgel: Interpreten wie Hannes Meyer, Maryna Burch-Petrychenko oder Wolfgang Sieber haben dies salonfähig gemacht. Jedoch gab es früher grosse Widerstände Volksmusik im Gottesdienst wurde mancherorts fast als Gotteslästerung angesehen.

Grossaufnahme einer Kirchenorgel mit schwarz-weissen Tasten auf drei unterschiedlichen Ebenen.
Bildlegende: Ob geistliche oder weltliche Musik: Die Tasten einer Kirchenorgel gehorchen dem Befehl ihres Organisten. istockphoto

Der im letzten Jahr verstorbene Organist Hannes Meyer war in seinen frühen Berufsmusikerjahren das «Enfant terrible» unter den Organisten. Erlaubte er es sich doch, auf der Orgel nicht nur klassische Musik, sondern auch Volksmusik, Jazz oder Unterhaltungsmusik zu spielen. Seine populäre Spielart auf der Kirchenorgel trug ihm gar ein Spielverbot auf der Orgel im Berner Münster ein. Heute undenkbar!

Viele etablierte Organisten üben sich heute gekonnt im Spagat zwischen Klassik und Volksmusik und an manchen Konzerten gehört die bekannteste Komposition von Hannes Meyer, die «Schanfigger Bauernhochzeit», fest ins Repertoire.

Orgel im «Elfenbeinturm»

Hannes Meyer wollte die Orgel aus dem «Elfenbeinturm» befreien, was ihm ganz offensichtlich gelungen ist. Organisten wie Jürg Neuenschwander, Maryna Burch-Petrychenko oder Wolfgang Sieber spielen heute ganz selbstverständlich Volksmusik auf der Kirchenorgel.

Im «Musikwelle Magazin» beleuchtet Sämi Studer, wie die Volksmusik den Weg in die Kirche fand. Ausserdem zeigt er auf, dass es heute immer noch Widerstände gegen populäre (Volks-) Musik auf der Orgel gibt, wenn auch wesentlich weniger als früher.

Moderation: Martin Wittwer, Redaktion: Sämi Studer