Kümmel: Arzneipflanze 2016

Gesundheit

Man liebt ihn, oder man kann ihn einfach nicht ausstehen: Den Kümmel. Man kennt ihn vom Krautsalat, auf Apérogebäck, in der orientalischen Küche oder von der Fastenwähe. Klar, er hilft gegen Verdauungsbeschwerden. Aber gleich Arzneimittelpflanze des Jahres? Den Apotheker Peter Portmann freut es.

Ein Holzlöffel voll Kümmel.
Bildlegende: Kümmel ist die «Arzneipflanze des Jahres 2016» colourbox

«Wir brauchen Kümmel sehr viel», sagt Portmann. «Gerade wenn Kleinkinder Verdauungsbeschwerden haben, hilft Kümmel wunderbar.» Was gut für die Kleinen ist, hilft auch den Grossen. Häufig wird Kümmel auch in Kombination mit Anis und Fenchel verabreicht.

Macht man aus Kümmel Tee, werden die Kümmelsamen (biologisch sind es Früchte), zuerst im Mörser zerstossen. Anschliessend lässt man den Tee zehn Minuten ziehen. Auch der Tee hat dann den typischen Kümmelgeschmack. Eine Tasse Kümmeltee zum Raclette oder zum Fondue sind verdauungstechnisch perfekt, sagt der Apotheker.

Kümmel wird als Tee, Zäpfchen und als Tröpfli verabreicht. Oder man verarbeitet den Kümmel direkt mit dem Essen. So macht es der Apotheker auch. Für ihn gibt es nichts Besseres, als gebratene Leber mit Zwiebeln und Kümmel. «So hat schon mein Vater die Leberli gemacht», schwärmt er.

Der Studienkreis «Entwicklungsgeschichte der Arzneimittelpflanzenkunde» der Universität Würzburg kürt Jahr für Jahr eine «Arzneipflanze des Jahres». Bedingung: Das Gewäschs muss eine interessante Kultur- und Medizingeschichte haben und die Wirkung in wissenschaftlichen Studien überprüft worden sein.

Redaktion: Regula Zehnder