Ohne Netz und doppelten Boden

  • Sonntag, 31. Januar 2016, 10:03 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Sonntag, 31. Januar 2016, 10:03 Uhr, Radio SRF 1
  • Wiederholung:
    • Sonntag, 31. Januar 2016, 22:08 Uhr, Radio SRF 1

Ob am Boden oder in der Luft: Wenn es um ihren Auftritt geht, sind Andrea Wick und Walter Andreas Müller absolute Profis. Doch Lampenfieber haben sie deswegen immer noch.

Anita Richner sitzt mit Walter Andreas Müller und Andrea Wick auf einem Sofa.
Bildlegende: Anita Richner mit ihren Gästen Walter Andreas Müller und Andrea Wick. SRF

Andrea Wick, 38
Höhenangst darf sie keine haben. Die Leidenschaft von Andrea Wick ist nämlich das Trapez. Hoch oben in der Luft zeigt sie ihre Kunst, und das seit vielen Jahren.

Sie habe schon als Kind für den Zirkus gelebt, erzählt die Hinwilerin. Ihre ganze Freizeit verbrachte sie im Kinderzirkus. Geübt wurde in jeder freien Minute zuhause – auch in der Waschküche.

Nach der Matura ging Andrea Wick an die Zirkusschule Annie Fratellini in Paris, nebenbei jobbte sie als Au Pair. 1999 geschah etwas Entscheidendes: Andrea Wick gewann den «Goldenen Scheinwerfer», den damals wichtigsten Talentpreis im Schweizer Showbusiness. Er bescherte ihr ein erstes Engagement bei einem Zirkus in Singapur.

Das Leben als Artistin ist speziell. Es bedeutet viel Herumreisen - und auch immer wieder viel freie Zeit vor einem Auftritt. Andrea Wick relativiert das allerdings: «Die Show, die man bietet, dauert zwar nur fünf Minuten. Aber diese fünf Minuten beschäftigen einen den ganzen Tag. Es ist nicht so, dass man da locker viel Sightseeing und Museumsbesuche macht in einer fremden Stadt.»

Wie wichtig die Konzentration für eine Trapezartistin ist, das versucht Andrea Wick heute ihren Schülerinnen und Schülern zu vermitteln. Nach der Geburt ihrer Tochter schien es ihr attraktiver, wieder in die alte Heimat zu ziehen. Wie lange sie allerdings im Zürcher Oberland sesshaft bleibt, lässt sie offen.

Walter Andreas Müller, 70
Eigentlich wäre er gerne Opernsänger geworden, aber mit einer Grösse von 1.62 ½ m sei das eher unrealistisch gewesen. Die Stimme hat's aber in sich: Für eingefleischte Radiohörer gehört sie seit über 40 Jahren einfach dazu. Sogar die Talkshow «Persönlich» ist ohne WAM schlicht undenkbar. Seit der ersten Sendung spricht er das Signet über die unverkennbare Melodie.

«Ich begann damals beim Radio zu arbeiten, um mir meine Theatergagen etwas aufzubessern», erzählt er. «Für dieses Signet habe ich das Wort 'Persönlich' sicher hundert Mal gesprochen, bis der damalige Unterhaltungschef mit der Betonung zufrieden war.»

Satirefans kennen WAM und seine Kollegin Birgit Steinegger auch von der samstäglichen «Zweierleier», die während 28 Jahren auf SRF1 lief.

Walter Andreas Müller wird auf der Strasse oft erkannt und angesprochen. Für viele Leute ist er immer noch «Hans Meier» aus der Sitcom «Fascht e Familie», die von 1994 bis 1999 am Schweizer Fernsehen gezeigt wurde.

Mindestens ebenso beliebt ist sein parodistisches Talent: Seine Imitationen von Sepp Blatter oder Christoph Blocher sind Kult. «Es liegen mir nicht alle Dialekte gleich gut», sagt WAM. Urner könne er zum Beispiel nicht nachmachen, überhaupt die Innerschweizer Dialekte seien seine Sache nicht.
Privat spielen Kochen und Essen eine wichtige Rolle für WAM: «In der Lebensmittelabteilung kann ich in einen richtigen Kaufrausch geraten.»

Die Sendung wird am 31. Januar 2016 aus dem Scala Wetzikon gesendet. Türöffnung ist um 9 Uhr, die Sendung beginnt um 10 Uhr. Alle Plätze sind ausgebucht. 

Moderation: Anita Richner