Redewendung: Wieso kriegt man einen Korb?

  • Donnerstag, 13. Februar 2014, 9:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 13. Februar 2014, 9:20 Uhr, Radio SRF 3
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 12. Februar 2015, 9:03 Uhr, Radio SRF 3

Die Redewendung stammt aus dem Mittelalter. Damals war es üblich, dass noble Burgfräuleins ihre Liebhaber mit einem Korb ins Turmzimmer zum tête-à-tête hinaufzogen.

Anstelle des Abschied-SMS: auch ein Korb sagt viele Worte.
Bildlegende: Keystone

Hatten die noblen Burgfräuleins genug von den heimlichen Liebhabern, präparierten sie den Korb. Sie lockerten den Boden, so dass der Liebhaber, kaum war er in der Luft, durch den Korbboden hindurch fiel. Oder die Burgfräuleins liessen den verschmähten Liebhaber einfach in halber Höhe hängen, so dass diese am Morgen dem Spott der Bevölkerung ausgesetzt war. (Auch das führte übrigens zu einer Redewendung. Nämlich: Jemand hat mich hängen lassen)

(Zurück zum Korb:) Die etwas diskretere Variante gab es auch: Die Burgfräuleins schickten den lästigen Verehrern einfach einen Korb ohne Boden. Das war das Zeichen, dass es aus war. Daher sagt man auch heute noch: einen Korb geben.