«Mundadart» – Dialektales im Dada

Mundart war für die Dadaisten eine der möglichen Spielarten, die Farben und Klänge ihrer lyrischen Sprache zu erweitern. Umgekehrt emanzipierte sich die Mundartiteratur seit den 1950-er-Jahren mit dadaistischem Kunstverständnis von der «Bluemete-Trögli-Ecke».

Zwei Männer schauen auf ein Buch aus dem Berge kommen (Kollage).
Bildlegende: Dialekt ist auch Dada. SRF/Camille Scherrer

Inspiriert von der «konkreten poesie» eines Eugen Gomringer oder Ernst Jandl dichteten in der Schweiz Pioniere wie Kurt Marti, Ernst Eggimann und Ernst Burren in Mundart und in der Tradition des Dadaismus und begründeten das, was bald darauf «modern mundart» genannt wurde. Seither besetzte Mundart als «literarische Gegensprache» in der Schweiz permanent eine kleine Nebenrolle - die allerdings seit der Jahrtausendwende und der Blüte von Slam Poetry, Spoken Word und Mundart-Popmusik zu einer tragenden Rolle heranreifte. Die meisten dieser jungen Generation von Mundart-Wortkünstlern sind klassische Geschichtenerzähler, aber einige Exponenten (am deutlichsten Michael Stauffer) schreiben und performen markant im Geiste des Dada.

Moderation: Reto Scherer, Redaktion: Markus Gasser