«Züri het de Cypher kabuttgmacht»

Über 80 Rapper aus der ganzen Schweiz. Ein sechsstündiger Live-Event auf SRF Virus. Das ist der sogenannte «Virus Bounce Cypher».

Volle Action am Virus Bounce Cypher 2017
Bildlegende: Volle Action am Virus Bounce Cypher 2017 Dominik Meier
Die meisten Rapper «spitten» (d.h. «speien» im Sinne von sprechen, rappen) ihre Texte in Mundart. Viele «rhymes» (Reime) und «punchlines» (Pointen, treffende Zeilen) wurden extra für den Cypher verfasst (sogenannte «exclusives»). Die Sprache der Rapper ist ganz offensichtlich stark von Anglizismen geprägt, vom Jargon der Rap- und HipHop-Szene.
 
Mundart ist für viele eine Notwendigkeit
Dennoch wechselt kaum einer ganz aufs Englische. Ihre Ausdrucksmöglichkeiten sind in der eigenen Umgangssprache einfach am Stärksten, geben viele als Grund zu Protokoll. Denn «Realness» (Authentizität) ist ein wichtiger Wert in der Rapper-Szene. Sprachbewusstsein und Sprachpflege gehören bei Mundartrappern automatisch dazu, meint Pablo Vögtli, SRF-Virus-Moderator und Organisator dieses Cypher. Sonst liessen sich grosse Gefühle wie Wut oder Liebe gar nicht in dieser hoch konzentrierten und hoch ryhthmisierten Art ausdrücken.
 
«Züri het de Cypher kabuttgmacht»
Die rund 80 auftretenden Rapper sind nach ihrer Herkunftsregion auf die sechsstündige Sendung verteilt. So gibt es eine Basler Stunde, eine Zürcher Stunde, eine Luzerner Stunde und so weiter. Gefragt nach dem, was an diesem vierten von ihm aufgegleisten Cypher besonders auffallend war, meint Pablo Vögtli: Es war die mit Abstand beste Basler-Stunde an diesem Cypher, weil zu den klassischen Old-School-Rappern diesmal auch jüngere auftraten, die zu moderneren Beats rappten. Aber dennoch: «Züri het de Cypher kabuttgmacht». Das bedeutet nichts anderes, als: Die Zürcher Stunde war der Höhepunkt.
 
«Schnäbischau» und Weltpolitik
Was die Zürcher Rapper besonders gut gemacht haben. Die Besonderheiten der Rapper-Sprache. Die Rolle von Fluchen, Schimpfen und Dissen («sich gegesittig abemache») in den Rap-Texten. Das Verhältnis zwischen «Schnäbischau» bzw. Nabelschau und Weltpolitik. Humor als Triebfeder der Evolution und des Rap. Über diese Themen gibt Pablo Vögtli in der Schnabelweid höchst eloquent und überzeugend Auskunft.
 

Moderation: Mike La Marr, Redaktion: Markus Gasser