Angst vor Terror verändert Einstellungen zu Folter

US-Präsidentschaftskandidat Trump will die Folter «Waterboarding» wieder einführen. Da wird mit einem Tuch über dem Gesicht, das ständig mit Wasser übergossen wird, Ertrinken simuliert. Eine Methode, die die Amerikaner unter anderem im Irak und im Gefangenenlager in Guantanamo angewendet haben.

Auf dem Bild ist eine Brunnenskulptur zu sehen, die ans «Waterboarding» erinnern soll.
Bildlegende: «Fountain gegen Folter»: Die temporäre Installation gegen Folter wurde 2015 in Bremen ausgestellt. Die Brunnenskulptur vom Künstler Erik Tannhäuser aus Wien erinnert an die Praxis des «Waterboardings». Das Wasser wurde vorübergehend unterbrochen, wenn man einen Euro in die Box zur Unterstützung von Amnesty International warf. Keystone

Waterboarding sei zwar nicht gerade die «feine Art», sagte Trump diese Woche in einer Rede, als direkte Reaktion auf die Anschläge in Istanbul. Aber schliesslich habe man es mit Terroristen zu tun, die ihren Opfern die Köpfe abschlagen und Flugzeuge in die Luft sprengen würden. Und weiter: Wenn er zum Präsidenten gewählt werden würde, dann würde er noch ganz andere Saiten aufziehen: Denn Waterboarding allein sei ihm noch gar nicht hart genug, sagte Trump vor seinen Anhängern in Ohio. Das gab Applaus.

Das klingt erstmal nach Wahlkampf-Geschrei. Aber: Nicht nur eine kleine Gruppe von Leuten empfindet Folter als gerechtfertigt. Das zeigen verschiedene wissenschaftliche Studien.


Frank Asbrock, Sozial-Psychologe an der Technischen Universität Chemnitz, findet das heikel. Terrorismus und die gesellschaftlichen Reaktionen darauf sind sein Fachgebiet. Er sagt: Die Angst vor Terrorismus führe dazu, dass immer mehr Menschen Folter für gerechtfertigt halten und bereit sind, rechtsstaatliche Prinzipien aufzugeben.

Autor/in: Melanie Pfändler, Redaktion: Claudia Weber