Satire im Reich von Trump, Putin & Co.

Die politische Satire hat's schwer in diesen Zeiten: in den USA wird sie ernsthaft von der Realität konkurrenziert, in Russland und der Türkei drohen Berufsverbote, Prügel und Gefängnis. #SRFglobal besucht die Widerstandsnester des Humors im Reich der beleidigten Staatschefs.

Zu gross, zu ambitiös, zu selbstverliebt – der neue US-Präsident Donald Trump passt nicht ins Weisse Haus. So jedenfalls sieht es der Genfer Zeichner Patrick Chappatte in seinem Beitrag für die New York Times. Und er ist bei weitem nicht der Einzige mit dieser Ansicht. Beim neuen Präsidenten handelt es sich, sagte der Filmregisseur und Oscar-Preisträger Michael Moore an einer Protestveranstaltung gegen Trump in New York «um eine gefährliche Mischung aus Narzissmus und öffentlichem Amt. Es geht ihm ständig nur ums eigene Ich, Ich, Ich.» Und fügt dann an: «Nichts macht diesen Mann betroffen. Nichts – ausser, wenn man sich über ihn lustig macht.»

Patrick Chappatte kommt ins Studio von #SRFglobal. Er ist der Schweizer Karikaturist mit der grössten internationalen Ausstrahlung. Gerade eben hat er eine Sammlung seiner Zeichnungen unter dem Titel «Democracy» veröffentlicht. Florian Inhauser will von ihm wissen, ob Satire und Humor noch Kraft haben in einer Zeit, da demokratisch gewählte Präsidenten ihr Amt benutzen, um als Erstes die Opposition mundtot zu machen.

In Putins Russland sind die Karikaturisten zahm geworden, die Repression aus dem Kreml zeigt Wirkung. Und in der Türkei – einst eine blühende Landschaft der politischen Satire – drohen nicht nur Einschüchterung, sondern Gewaltanwendung und langjährige Hafstrafen. Die SRF-Korrespondenten in Moskau und Istanbul stellen jene wenigen vor, die trotz alledem noch den Mund aufmachen und eine halbwegs spitze Feder führen.

blid