Moralische Schuld und die Kunst des Verzeihens

  • Sonntag, 21. Februar 2016, 11:00 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Sonntag, 21. Februar 2016, 11:00 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Montag, 22. Februar 2016, 0:10 Uhr, SRF info
    • Montag, 22. Februar 2016, 3:15 Uhr, SRF 1
    • Dienstag, 23. Februar 2016, 12:00 Uhr, SRF info
    • Mittwoch, 24. Februar 2016, 5:30 Uhr, SRF 1
    • Samstag, 27. Februar 2016, 8:55 Uhr, SRF 1

Menschen bitten für Vieles um Verzeihung: für die Verspätung, für ein grobes Wort, für einen Fehltritt. Doch lässt sich auch massives Unrecht verzeihen? Verdient jeder eine zweite Chance? Und wie lernt man zu vergeben? Barbara Bleisch im Gespräch mit der Philosophin Svenja Flasspöhler.

Der Film «Lina», der in Solothurn den Publikumspreis gewonnen hat, erzählt von einer jungen Frau, die 1969 von den Schweizer Behörden wegen ihres angeblich liederlichen Lebenswandels in eine geschlossene Anstalt gesperrt wird und ihren Sohn zur Adoption freigeben muss. Dieses Unrecht wiegt aus heutiger Sicht so schwer, dass es nicht nur unverständlich, sondern auch unverzeihbar scheint. Genau in solchen Fällen stellt sich die Frage des Umgangs mit Schuld erst richtig, meinte der Philosoph Jacques Derrida. Doch wie sollen Täter und Opfer mit Schuld umgehen, die nicht tilgbar scheint? Was leistet staatliche Wiedergutmachung? Und wie gelingt Versöhnung?

Die Philosophin Svenja Flasspöhler hat zur Philosophie des Verzeihens ein Buch geschrieben, in dem sie - ausgehend von eigenen leidvollen Erfahrungen - den moralischen Schuldenschnitt ergründet.

Barbara Bleisch spricht mit ihr über die Kunst und die Grenzen des Verzeihens.

Buchhinweis:

Svenja Flasspöhler: «Verzeihen - Vom Umgang mit Schuld», DVA (erscheint im März 2016)

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