Online-Shopping: von A wie Asos bis Z wie Zalando

Bei Zalando warten heute 20'500 Paar Damenschuhe auf Kunden. Die Auswahl ist also riesig. Dennoch ist unser Stilexperte gegenüber Shopping-Portalen skeptisch.

Online-Shopping macht Frauen hysterisch: Zalando-Werbung.
Bildlegende: Online-Shopping macht Frauen hysterisch: Zalando-Werbung. PD

Das Sortiment ist gigantisch gross, doch die modische Kompetenz von Zalando ist nur gerade so mittelprächtig. Es sind Sachen aus der unteren Hälfte bis Mitte des Modemarktes Viele der Brands sind schnelle Kopisten und Pseudomarken.

Dann gibt es die Massenartikel-Hersteller wie Adidas, Miss Sixty, S.Oliver oder Mexx. Die besseren Marken sind oft nur die Zweitlinien von populären Designerlabels. Für modische Kompetenz ist Zalando nicht die erste Adresse.

Stilvoll online shoppen

Marktführer in Sachen Stil ist bei uns derzeit sicher Net-a-porter aus London, wo es die wichtigsten internationalen Designerlabels zu kaufen gibt. Für Männer gibt es Mr.Porter. Auch sehr gut machen es Mytheresa aus München, Luisa Via Roma aus Florenz oder das deutsche Portal Stylebop.

Wers ein bisschen jünger und günstiger mag, wird auch bei Asos glücklich. Schliesslich gibt es Schweizer Spezialisten wie Stromberg.ch oder The Look von PKZ/Feldpausch.

«Portale machen Markt kaputt»

Der SRF-3-Stilfachmann beurteilt das Angebot der sehr preisaggressiven Online-Versender wie Zalando kritisch. «Diese Portale machen den Markt kaputt, sie verkaufen Mode zu absoluten Dumpingpreisen, zum Teil noch billiger als H&M oder Zara, die ja auch Mieten an den besten Lagen zahlen müssen», sagt Jeroen van Rooijen.

Jemand müsse jedoch diesen Preis zahlen «und jeder weiss wohl, wer das ist: Man sieht die Hunderttausende von schlecht bezahlten Näherinnen und elenden Fabriken nicht, wenn man bei Zalando herumsurft, aber man finanziert sie, wenn man den Bestell-Button drückt.»

Innenstädte verarmen

Zudem verarmen mit zunehmenden Online-Handel die real existierenden Innenstädte: Sollen die Modeboutiquen in den Fussgängerzonen von Arbon über Baden bis Carouge nur noch Galerien sein, in denen man die Sachen anprobiert und wieder zurückhängt, um sie dann mit Rabatt online zu bestellen? Davon kann niemand leben.

Ausserdem ist zu bedenken: Wir haben bereits heute in Europa ein mehrfaches Überangebot von Kleidung und Accessoires, die wir gar nie brauchen. Es wird auf Menge produziert und Ware in den Markt gepumpt, um andere zu verdrängen. 1920 gingen lauf Bundesamt für Statistik in der Schweiz noch 15 % des Haushaltseinkommens für Kleidung drauf, 1960 waren es noch zehn Prozent. Heute geben wir für Schuhe und Kleidung noch gerade 2,7 % unseres Geldes für Kleidung und Schuhe aus!

«Der falsche Weg»

Wir kaufen also immer mehr, aber immer billiger. «Das ist auf Dauer sicher  der falsche Weg», sagt der SRF-3-Stilfachmann Jeroen van Rooijen, «Wir sollten auch in der Mode lernen, selektiver und bewusster zu kaufen: weniger, besser und lokaler. Zalando hilft uns dabei nicht weiter.»

Autor/in: Jeroen van Rooijen