Bäckerei Zürrer

Medium: DVD
Dauer: 105 Min.
Original: Schweizerdeutsch/Deutsch
Sprachen: Französisch, Italienisch
Untertitel: Untertitel für Hörbehinderte
Produktion: 1957
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Bäckerei Zürrer

Bäckermeister Zürrer (Emil Hegetschweiler) ist ein Könner in seinem Bereich, aber ein wenig erfolgreicher Vater. Seine Frau starb im Kindbett, Zürrer wurde darob zum Einzelgänger. Die drei Kinder zog er allein gross, nach seinen eigenwilligen Vorstellungen und Richtlinien. Richard (Walter Morath) sollte sich einen Doktortitel holen, brach aber sein Studium ab und versucht sich erfolglos als Kaufmann. Tochter Trudi (Margrit Winter) spielte Ersatzmutter und ist zu Hause Mädchen für alles. Heini (Peter Brogle), der jüngste, wurde Bäcker, würde aber gerne Velorennen fahren. Genau am Tag, an dem er sich endlich ein gutes Rennrad kaufen kann, schlägt das Schicksal zu: Gina (Ursula Kopp), seine Freundin, ist schwanger. Das passt auch Vater Zürrer nicht in den Kram. Die Tochter des Marronibraters Pizzani (Ettore Cella) möchte er nicht in der Familie sehen. Ginas Vater, der lebenslustige Südländer, sieht das ganz anders. Nachdem sich Heini zur Heirat entschliessen kann, akzeptiert er den Schwiegersohn mit selbstverständlicher Begeisterung. Im Hause Zürrer raubt unterdessen Richard, vom Konkurs bedroht, die letzten Scheine aus Vaters Kasse und Trudi setzt sich mit einem spät gefundenen Lebenspartner ins Welschland ab. Da braucht es schon ein Enkelkind, die Weihnachtslieder der Heilsarmee sowie einen temperamentvoll insistenten Marroni- und Früchtehändler, um bei Zürrer späte Erkenntnis zu wecken und den Haussegen wieder gerade zu rücken.

"Bäckerei Zürrer" war der erste Spielfilm, den Kurt Früh nach eigenen Ideen schrieb und realisierte. Damit das Ambiente stimmte, recherchierte er lange und sorgfältig in der Umgebung seiner Jugend, an der Langstrasse. Das Drehbuch entstand in Zusammenarbeit mit Ehefrau Eva Langraf (der allerdings ein weniger optimistischer Schluss vorschwebte). Schon von Anfang an stand fest, dass Emil Hegetschweiler und Ettore Cella die beiden Hauptrollen verkörpern würden. Hegetschweiler brachte neben grosser Erfahrung und Popularität noch eine handwerkliche Voraussetzung mit, die dem realitätsnahen Film zustatten kam: Er war gelernter Konditor und hatte ein eigenes Café im Zürcher Helmhaus betrieben, bevor er als Kabarettist und Volksschauspieler berühmt wurde. Auch Ettore Cella konnte für seinen Marroni- und Gemüsehändler auf unmittelbare Lebenserfahrung zurückgreifen. Als Sohn eines italienischen Zuwanderers war er exakt in der entsprechenden Umgebung aufgewachsen und hatte auch das nötige Temperament geerbt. Für den authentischen Italiener-Akzent brauchte er sich bloss an das Schweizerdeutsch zu erinnern, das sein Vater bei Bedarf benutzte.

In seinen Lebenserinnerungen hielt Kurt Früh mit Bezug auf Cella ausdrücklich fest: "Er wurde einer der Hauptpfeiler des Erfolgs." Dieser stellte sich für "Bäckerei Zürrer" durchschlagend ein. Nicht nur die Kinogänger, sondern für einmal sogar die professionellen Kritiker waren begeistert.

Regie: Kurt Früh; Darsteller: Emil Hegetschweiler, Ettore Cella, Peter Brogle, Margrit Winter, Max Haufler, Walter Morath u.v.a.

Specials:
- Historische Hintergründe über die Entstehung des Films
- Credits und technische Angaben
- Ausführliches Filmportrait über Kurt Früh
- Interview mit Ettore Cella
- Produktionsfotos
- Kinotrailer

Film aus dem Jahr 1957, schwarz/weiss