Der Unfall ereignete sich bei der Tramhaltestelle Kirschgarten. Velofahrer Hans Peter musste der hohen Kap-Haltestelle ausweichen und geriet dabei mit dem Vorderrad in das Tramgleis. Dabei stürzte der pensionierte Ingenieur so schlimm, dass er ins Spital musste. «Die Stelle dort ist derart eng, dass es schnell zu einem Sturz kommt.»

Strafanzeige gegen verunfallten Velofahrer

Die Basler Polizei reichte trotzdem eine Anzeige gegen Hans Peter ein. Der Vorwurf: «Nicht Beherrschen des Fahrzeugs». Weil Peter durch den Sturz und seine Verletzungen bereits geschädigt ist, sehen die Behörden von einer Busse ab. Aber es bleibt dennoch eine Gebühr von 805 Franken, die Peter zahlen muss. Dieses Verfahren entspreche dem Standard, heisst es von der Basler Polizei.

«Das ist doch schizophren. Es ist nicht mein Fehler, dass ich verunfallt bin. Der Kanton ist schuld. Die Strasse ist für Velofahrer so eng, dass Unfälle unvermeidlich sind», entgegnet Hans Peter. Er hat den Strafbefehl angefochten. Darum kommt es zu einem Prozess.

Politik reagiert auf den Fall

Unterstützung erhält der Rentner jetzt auch von der Politik. «Ich habe kein Verständnis für das Vorgehen der Basler Strafverfolgungsbehörden», sagt SP-Grossrat Kaspar Sutter. Er möchte darum einen Vorstoss einreichen und von der Regierung wissen, ob sich die Unfälle an Kap-Haltestellen häufen und ob die Verunfallten zusätzlich bestraft werden.

Kap-Haltestellen

SRF

Gebaut wurden die neuen Kap-Haltestellen, um Behinderten den Einstieg ins Tram zu erleichtern. Sie sind für viele Velofahrerinnen und Velofahrer aber ein Ärgernis. Grund ist der geringe Abstand zwischen Schiene und Trottoir. Zudem sind die Bordsteinkanten deutlich höher als früher.