Für das Verteidigungsdepartement stellt die Räumung des Munitionsdepots in Mitholz im Kanton Bern eine nie dagewesene Aufgabe dar. Für die rund 170 Menschen, die heute im Dorf leben, heisst das: Mitholz ist ab 2031, wenn die Räumung voraussichtlich beginnt, nicht mehr bewohnbar.

Doch der Bundesrat muss erst noch entscheiden, ob eine Vollräumung auch wirklich durchgeführt wird. Wie schätzt Bundesrätin Viola Amherd die Situation ein?

SRF News: Frau Bundesrätin, wie ist es, hier als Armeevorsteherin zu stehen – einer Armee, wegen der ein Dorf geräumt werden muss und Menschen ihren Besitzstand verlassen müssen?

Viola Amherd: Ich bin verantwortlich für die Geschäfte, aber auch für die Probleme, die es im VBS gibt. Ich sehe meine Aufgabe darin, dass wir in dieser schwierigen Situation die Bevölkerung maximal unterstützen und eine Lösung umsetzen, die auch für künftige Generationen stimmt.

Die Lösung an sich ist abhängig vom Bundesratsbeschluss, der im Herbst kommen soll. Haben Sie eine andere Wahl, als das Konzept gutzuheissen, so wie es jetzt vorgeschlagen wurde?

Natürlich sind noch weitere Abklärungen zu treffen. Klar ist: Es wird nicht tausend Optionen geben. Technisch wird es ein sehr schwieriges Projekt. Aber der Bundesrat muss klar Stellung beziehen und sagen, dass er die Vollräumung will. Das VBS kann das nicht selbst entscheiden.

«  Klar ist: Es wird nicht tausend Optionen geben.  »

Der Bund ist der Verursacher dieser Situation und der Bund muss in Zusammenarbeit mit Kanton, Gemeinde und Bevölkerung die Situation regeln.

Der Bund muss auch bezahlen. Es ist von über eine Milliarde Franken die Rede. Was, wenn das dem Parlament für 170 Einwohner zu teuer ist?

Es wird eine teure Angelegenheit, aber ich habe noch keine detaillierten Kostenberechnungen. Ich kann nicht für das Parlament oder den Gesamtbundesrat sprechen, aber für mich ist klar, dass der Verursacher einer Situation auch die Lösung bringen muss.

Das Gespräch führte Matthias Baumer.