Es klang ernst, als die Expo Centre AG, die Betreibergesellschaft des Forums Freiburg Mitte Juli vor die Medien trat. Der Messehalle geht es schlecht und zwar nicht nur, weil wegen der Coronavirus-Pandemie etliche Veranstaltungen abgesagt werden mussten. Bereits zuvor sahen die Zahlen nicht gut aus, auch weil die Freiburger Messe nach 2018 nicht mehr stattfand. Zudem habe man mehrere Anfragen von kleineren Kongressen absagen müssen, weil die Infrastruktur nicht geeignet sei, sagt Forumsdirektor Joseph Vonlanthen. Ende Jahr rechne man mit einem Minus von rund 700'000 Franken.

Eine Million oder die Schliessung

Darum verlangte die Betreibergesellschaft vom Kanton Freiburg, dem die Liegenschaft zu einem grossen Teil gehört, eine Million Franken, sonst werde sie bis Ende Juli die Bilanz deponieren. «Eine Million gibt es vom Kanton nicht», sagt Christophe Aegerter, Generalsekretär der Volkswirtschaftsdirektion. Im Rahmen des Stabilisierungsprogramms stellt die Regierung aber einen Betrag von 500'000 Franken à fond perdu in Aussicht, den die Kantonsregierung jedoch noch genehmigen muss.

Leere Drohungen?

Dies ist nur die Hälfte des Betrags, welche die Betreibergesellschaft fordert. Trotzdem hat sie Ende Juli nicht wie gedroht die Bilanz deponiert und auch keine Stellen abgebaut, sagt Forumsdirektor Joseph Vonlanthen auf Anfrage. Die halbe Million sei ein positives Zeichen. «Wir halten aber an unserer Forderung von einer Million Franken fest.» Es würden weitere Gespräche dazu laufen, so Vonlanthen. Die Forderung sei keine Erpressung. Das Forum sei ein wichtiges Instrument, um Freiburg bekannt zu machen und die Wirtschaft anzukurbeln.

Weitere Bedingungen

Zudem verlangt die Betreibergesellschaft von der Besitzerin, der Agy Expo, Investitionen in die Liegenschaft. Nur so könne das Forum gewinnbringend betrieben werden. Darum hat sie den Mietvertrag für das nächste Jahr noch nicht unterschrieben. Da stellt sich jedoch die Frage, ob die halbe Million des Kantons überhaupt etwas bringt, wenn das Forum das Doppelte und obendrauf noch zusätzliche Inventionen fordert. «Ja das bringt etwas, es bringt uns aber nicht weiter», sagt Vonlanthen. Man bleibe an Ort und Stelle. Da müsse nun aber die Politik entscheiden, was sie vom Forum wolle.

Wie sieht die Zukunft des Forums Freiburg aus?

Eine Umfrage soll zeigen, wie die Gemeinden, die Wirtschaft, die bisherigen Nutzer oder der Tourismus die Zukunft des Forums sehen.

Eine Studie hatte gezeigt, dass das Potential des Forums bei Weitem noch nicht ausgeschöpft sei. Die Messehalle in Granges-Paccot könnte viel mehr Einnahmen generieren. Wie das Forum aber genutzt werden müsste, um rentabel zu sein, sagte die Studie nicht.

Nach den Bedarfsabklärungen soll entschieden werden, wie es mit dem Forum weitergeht. Danach werde entschieden, ob es eine andere Betreibergesellschaft oder eine andere -form brauche.