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«Tante Martl» von Ursula März

Das Leben einer scheinbar unauffälligen Frau aus der deutschen Provinz verdichtet Ursula März in ihrem Roman «Tante Martl» zu einem bewegenden deutschen Gesellschaftsporträt.

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Tante Martls Trauma beginnt schon in ihren ersten Tagen: Sie heisst zuerst Martin. So trägt sie ihr Vater im Standesamt ein, weil er nicht akzeptieren kann, dass ihm wieder nur eine Tochter geboren wurde. Erst als seine Frau ihn zu verlassen droht, geht er abermals zum Amt. Und aus Martin wird nun Martina. Voll akzeptiert oder geliebt hat der Vater seine dritte Tochter aber nie. Er, der stramme Nazi, schlägt sie. Meist bleibt sie im Schatten ihrer Schwestern, drängt sich nicht vor und behält ihre Geheimnisse für sich. Auf der einen Seite steht sie als Lehrerin auf eigenen Füssen, ist ihrem Umfeld weit voraus. Auf der anderen Seite kommt sie nicht los von ihrer unheilvollen Familiengeschichte. Ursula März arbeitet die Widersprüche dieser Frau und ihrer Zeit, der Nachkriegs- und Wirtschaftswunderzeit, mit feinem Strich und viel Gespür für Atmosphärisches heraus.

Buchhinweis:
Ursula März. Tante Martl. Piper Verlag, 2019.