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Charlotte Wood hat ein Buch über eine Frauenfreundschaft geschrieben.
(Bild: Chris Chen)
abspielen. Laufzeit 30:39 Minuten.
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Hinein ins Leben!

Die ProtagonistInnen in den Büchern, die heute auf dem Literaturstammtisch liegen, werden alle vom Leben durchgeschüttelt. Und sind auf der Suche nach Halt und Heimat.

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Der Schweizer Schriftsteller Rolf Lappert verfolgt in «Leben ist ein unregelmässiges Verb» vier Schicksale bis weit ins Erwachsenenalter. Was heisst es für Kinder, die in einer abgeschotteten Kommune aufwachsen, wenn sie plötzlich in der realen Welt funktionieren müssen? Die Fabulierlust und der Ideenreichtum haben Luzia Stettler an diesem Buch überzeugt.

Mit dem Thema «Aufwachsen» befasst sich auch die Schweizer Autorin Samira El-Maawi. Ihr Roman «In der Heimat meines Vaters riecht die Erde wie der Himmel» ist eine berührende Geschichte über das Aufwachsen im Dazwischen: Die Mutter der Ich-Erzählerin ist Schweizerin, der Vater stammt aus Sansibar. Das zehnjährige Kind versteht nicht, weshalb ihr alle in die Haare fassen wollen oder ihr Vater so oft von der Polizei angehalten wird. Als ihr Vater seine Stelle als Koch verliert, wird alles noch schlimmer. Eine wichtige, hoch aktuelle Geschichte, findet Florian Oegerli – wenn auch mit ein paar handwerklichen Schwächen.

Im Roman «Ein Wochenende» erzählt die australische Schriftstellerin Charlotte Wood von drei Freundinnen, die sich nach dem Tod der vierten Freundin neu zusammenraufen müssen. Wood spricht Themen an, mit denen sich wohl viele auseinandersetzen: Was hält eine Freundschaft zusammen? Weshalb bleibt man befreundet, auch wenn man scheinbar nicht mehr viel Gemeinsames hat? Weshalb bedeuten Freunde Heimat? Britta Spichiger haben die Sensibilität und Differenziertheit, mit der Wood erzählt, sehr gefallen.

Buchhinweise:
Rolf Lappert. Leben ist ein unregelmässiges Verb. Carl Hanser Verlag, 2020.
Samira El-Maawi. In der Heimat meines Vaters reicht die Erde wie der Himmel. Zytglogge Verlag, 2020.
Charlotte Wood. Ein Wochenende. Kein & Aber, 2020.