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Madrigali «al tavolino»

Die Madrigale des italienischen Renaissance-Komponisten Michelangelo Rossi klingen - trotz ihres eher konservativen Besetzungs-Schema - auch für heutige Ohren ziemlich avantgardistisch. 

Dafür sorgen eine schwindelerregende Harmonik voller gewagter Modulationen und fast schon verschwenderisch eingesetzter Chromatik.

Das Basler Ensemble Domus Artis und sein Leiter und Organist Johannes Keller setzen sich auf ihrer neuen CD ungewöhnlich radikal mit Rossis Musik auseinander. Dazu gehört etwa die Verwendung eines Arciorganos als Begleitinstrument, das statt der üblichen 12 Tonhöhen gleich 36 pro Oktave bietet, oder das sehr intime, aber zu Rossis Zeit absolut übliche Setting rund um einen Tisch, auf italienisch «al tavolino» bezeichnet. «Al tavolino» bedeutet dabei nicht nur Singen, sondern auch ein gemeinsames Studieren, Diskutieren, Experimentieren. Gemeint ist also kein konzertantes Präsentieren einer festgenagelten Interpretation, sondern ein stetig neues Entdecken. Dass eine CD-Aufnahme dieses Prinzip ein Stück weit untergräbt, darf zugunsten der Dokumentation und Verbreitung des interessanten Projektes in Kauf genommen werden.

Michelangelo Rossi / Johannes Keller: 4 Madrigale von Michelangelo Rossi mit einleitenden, mikrotonalen Orgelimprovisationen von Johannes Keller
- Pallida geliosia. Madrigal
- Ohimè, se tanto amate. Madrigal
- Or che la notte. Madrigal
- Credete voi. Madrigal
Johannes Keller, Arciorgano
Ensemble Domus Artis
Ltg: Johannes Keller

CD: Madrigali al Tavolino. Multitonal Madrigals by Michelangelo Rossi
Label: Glossa Music (2021)

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Francesco Canova da Milano: 4 Fantasien für Laute
Luca Pianca, Laute

CD: Nobilissimo istromento. Fantasie, Canzoni e Danze: l'Arte del liuto rinascimentale
Label: Passacaille (2021)

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Jean-Marie Leclair: Violinkonzert D-Dur op. 10/3
Leila Schayegh, Violine
La Cetra Barockorchester Basel
Ltg: Leila Schayegh

CD: Jean-Marie Leclair: Concerti per Violino, Opp 7 & 10 - Nos 1 & 3
Label: Glossa (2019)

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